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| 09:00 Uhr

In der Diskussion
Hier besteht Handlungsbedarf

Nur einer der Schwerpunkte, wo die Falkenberger weiter Hand anlegen wollen: zum Beispiel im Stadtpark, der mit ganz oben auf der Liste der nächsten Projekte steht.
Nur einer der Schwerpunkte, wo die Falkenberger weiter Hand anlegen wollen: zum Beispiel im Stadtpark, der mit ganz oben auf der Liste der nächsten Projekte steht. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Falkenberg. Falkenberger stecken mit einem integrierten Stadtentwicklungskonzept einen Handlungsrahmen für die nächsten Jahre ab. Von Sylvia Kunze

Ohne ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (Insek) wird es in Zukunft nur schwer sein, an Fördermittel aus Städtebau-Folgeprogrammen zu kommen. Andere Kommunen haben sich deshalb schon längst um ein solches Konzept bemüht. Falkenberg zieht nach.

Am Entwurf, der jetzt vorliegt, hat ein Fachbüro mehrere Monate gearbeitet. Aber auch die Falkenberger selbst konnten deutlich aufzeigen, was ihnen wichtig ist. So ist extra eine Arbeitsgruppe gebildet worden, und in zwei Workshops konnten die Bürger mitreden.

„Aus den einzelnen Handlungsfeldern und Themenschwerpunkten lassen sich für die Stadt wichtige Maßnahmen entwickeln“, ist die Falkenberger Bauamtsleiterin Gundula Manigk überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein, „und das in der Innenstadt ebenso wie in den Randgebieten und in den Ortsteilen“, fügt sie einen wichtigen Aspekt hinzu.

Allein in der Kernstadt bleibt der Handlungsbedarf groß — trotz über Jahre erfolgreich umgesetzter und gut geförderter Stadtsanierung. Große Objekte sind nach wie vor marode, zum Beispiel die Eisenbahnerhäuser in der Friedrich-Engels-Straße, die ehemalige Schlecker-Filiale, der ehemalige Fahrradladen sowie einige verlassene Objekte in der Bahnhofstraße, zählt die Amtsleiterin auf.

Der Stadtpark ist in einem bedauernswerten Zustand. In einem Gespräch bei „LR vor Ort“ ist das von vielen Falkenbergern bekräftigt worden und die Verwaltung ist sich des Sanierungsbedarfs sehr wohl bewusst. „Mit dem Insek bekommen wir ein wichtiges Papier in die Hände, mit dem wir in Sachen Stadtumbau aktiv werden und den Stadtpark angehen können. Er steht auf der Liste der jetzt schon benannten und fest geplanten Maßnahmen mit ganz oben“, sagt Gundula Manigk.

Wichtig ist den Stadtverantwortlichen auch, dass die Kleingärten Bestandteil des Konzepts sind. Im Zusammenhang mit der Gestaltung des Stadtparks geht der Blick diesbezüglich richtig Sparte „Nord“. „Was man dann konkret machen kann, müssen wir sehen“, warnt die Bauamtsleiterin vor voreiligen Hoffnungen. „Aber wir wollen auf jeden Fall aktiv werden, weil es in unserer Stadt noch überdurchschnittlich viele Kleingärten gibt und Leerstand in den Anlagen ein immer größeres Problem wird. Wir sind da schon seit Jahren dran und heilfroh, dass wir sie überhaupt mit in Konzept aufnehmen konnten“, bekräftigt Bürgermeister Herold Quick, weiter den Blick drauf zu haben.

Für ihn steht jetzt die Frage: „Haben wir was vergessen?“ Andererseits bekräftigt er: „Das Papier ist keine starre Sache. Es beschreibt erst einmal nur den Rahmen und das grobe Ziel und kann zukünftig fortgeschrieben werden.“ Auch deshalb sei es nicht bis in Einzelheiten ausformuliert und fertiggedacht. Es soll schließlich Spielraum für künftige Entwicklungen, die es vielleicht noch zu berücksichtigen gilt, lassen.

Über konkret und weniger konkret sind die Mitglieder des städtischen Bauausschusses nämlich schon in die Diskussion gekommen. Während Viola Simon „manches zu dehnbar und zu unkonkret formuliert“ findet, sodass „man weder den Staat noch die Bürger in die Pflicht nehmen kann“, befürwortet Stephan Bawey das Herangehen, denn „je weniger konkret“, jetzt schon über Vorhaben gesprochen werde, „desto mehr Spielraum bleibt uns für die Zukunft“.

Zudem kritisierte Viola Simon, dass eigentlich noch eine Inforunde für die Bürger vor der Abstimmung in der Stadtverordnetenversammlung versprochen gewesen sei. „Wenn die Bürger Diskussionsbedarf sehen, dann werden wir das extra thematisieren“, hat daraufhin der Bürgermeister versprochen.

Augenmerk wird auch auf die Kleingartenanlagen in Falkenberg gelegt. Hier gilt es, Konzepte zu "stricken", wie am besten mit Leerstand umgegangen werden kann.
Augenmerk wird auch auf die Kleingartenanlagen in Falkenberg gelegt. Hier gilt es, Konzepte zu "stricken", wie am besten mit Leerstand umgegangen werden kann. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Der Falkenberger Bahnhof als "Tor zur Stadt" wird immer im Blickfeld der Stadtverantwortlichen bleiben - sowohl der Bahnhof selbst als auch dessen Umfeld.  Mit Servicegebäude und einigen Häusern in der angrenzenden Friedrich-Engels-Straße stehen die Sorgenkinder dicht an dicht.
Der Falkenberger Bahnhof als "Tor zur Stadt" wird immer im Blickfeld der Stadtverantwortlichen bleiben - sowohl der Bahnhof selbst als auch dessen Umfeld. Mit Servicegebäude und einigen Häusern in der angrenzenden Friedrich-Engels-Straße stehen die Sorgenkinder dicht an dicht. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Auch die Falkenberger Ortsteile sollen nicht vergessen werden. In Kölsa-Siedlung ist der Handlungsbedarf nicht zu übersehen. Abreißen - oder was?
Auch die Falkenberger Ortsteile sollen nicht vergessen werden. In Kölsa-Siedlung ist der Handlungsbedarf nicht zu übersehen. Abreißen - oder was? FOTO: LR / Sylvia Kunze