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| 02:39 Uhr

Konversionstag in Falkenberg mit Schülern der 11. Klassen

Helmut Hoffmann beim Rundgang mit den Schülern.
Helmut Hoffmann beim Rundgang mit den Schülern. FOTO: sk
Falkenberg. Ist das nicht dort, wo die vielen Fotovoltaikanlagen stehen? So die erste Reaktion von jungen Menschen, wenn man sie fragt, was sie vom Flugplatz Lönnewitz wissen. Aber was war vorher? Auf welchem Weg ist das alles entstanden? Und was ist eigentlich Konversion? Fragen, die im Rahmen des gestrigen Konversionstages am Beruflichen Gymnasium in Falkenberg beantwortet wurden. Sylvia Kunze

Denn nun schon zum zweiten Mal ist im Rahmen des Konversionssommers in Brandenburg die Chance genutzt worden, Schüler der aktuellen 11. Klassen mit dem Thema vertraut zu machen. Nachdem die Premiere im Vorjahr so gut gelaufen sei, habe man nicht lange überlegt, die Veranstaltung zu wiederholen, ist nicht nur von Gunter Gesper, Leiter des Beruflichen Gymnasiums, zu hören.

Entwicklungen aufzeigen

Auch der Falkenberger Bürgermeister Herold Quick zeigt sich sehr zufrieden, jungen Menschen auf diesem Weg vor Augen zu führen, was das Industriegebiet heute ausmacht und was der einstige Flugplatz für Geschichte hat. "Wer weiß denn schon von den Jugendlichen, was hier einmal war", sagt er und macht es sich gemeinsam mit seiner Mühlberger Amtskollegin Hannelore Brendel und den im Industriegebiet ansässigen Unternehmer Helmut Hoffmann zur Aufgabe, Geschichts- und Gegenwartsunterricht der besonderen Art zu vermitteln. Mit im Bunde sind auch Markus Hennen von der Arge Konver sowie die Kampfmittelexperten Jaqueline Krüger und Andreas Butzke. Jeder für sich hat Informationen zum Thema beizusteuern.

Dabei steht der einstige Flugplatz Lönnewitz in Sachen Konversion im Land Brandenburg richtig gut da. Der Großteil der möglichen Flächen ist veräußert und in zivile Nachnutzung überführt. Für den Rest werde allerdings ein Verkauf von Jahr zu Jahr schwerer. Das wissen die Verantwortlichen vor Ort, und auch der Brandenburger Finanzminister Christian Görke (Linke) hatte das zur Eröffnung des Konversionssommers 2016 festgestellt. "Es sind eben keine Filetstücke mehr, die noch auf eine neue Bestimmung warten. In der Regel sind es Flächen, die wegen ihrer hohen Belastung mit Munition und Schadstoffen besonders problematisch sind", so Minister Görke.

Hoffen auf Ministerwort

Das sei auch in Lönnewitz so, weiß Bürgermeister Quick. Er setzt deshalb Hoffnung in die Ministerworte: "Wichtiger als der Erlös ist für das Land, dass diese Flächen saniert werden, auf ihnen Wohnungen entstehen, Gewerbe angesiedelt wird oder sie künftig Naturschutzzwecken dienen - sie also sinnvoll zivil genutzt werden." Und das in einem ganz aktuellen Fall. Die Uebigauer Uesa GmbH will sich vor Ort erweitern und interessiert sich für die noch freie Werft. Würde man sich da mit dem Land einig, wäre auch der letzte große Brocken in Lönnewitz Geschichte.

Einblick in das Unternehmen

Firmenchef Helmut Hoffmann gibt den 11. Klässlern beim Rundgang über das Uesa-Gelände einen Einblick in das Unternehmensprofil und was vor Ort von den etwa 50 Beschäftigten beim Stationsbau geleistet wird. In der großen Halle Baujahr 1936 versäumt er es aber auch nicht, für Berufsnachwuchs zu werben. "Wir brauchen junge Leute", sagt Helmut Hoffmann. Er zeigt auf, welche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten es in dem Unternehmen gibt, das durchschnittlich 20 Azubis beschäftigt und auf 60 Ingenieure baut, die die Entwicklung der Uesa-Produkte von Anfang bis Ende vorantreiben.