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| 02:34 Uhr

Kolochauer Künstler legt mit eigener Ausstellung nach

Mit dem Erlös aus 500 Fragmenten will der Kolochauer Künstler Hans-Peter Klie die Sanierung der Orgel unterstützen.
Mit dem Erlös aus 500 Fragmenten will der Kolochauer Künstler Hans-Peter Klie die Sanierung der Orgel unterstützen. FOTO: privat
Kolochau. Teil 1 seines fünfteiligen Projektes "Wie die Bilder nichts wären" hat der in Kolochau ansässige Hans-Peter Klie bereits realisiert. "500 Fragmente" haben den Anfang gemacht und sind als Kunst-Objekte Teil der Gruppenausstellung "reFORMationen" im Schloss Doberlug. red/sk

Die rechtwinkligen Dreiecke sind zudem käuflich zu erwerben. Der Erlös soll der Kolochauer Orgel zugutekommen, die saniert werden soll.

Das Projekt des Künstlers im 500. Reformationsjahr wird nun am kommenden Samstag fortgesetzt: mit der Eröffnung einer Ausstellung vor Ort in Kolochau. Klie hat ein mehrere Stunden füllendes Programm vorbereitet. Das beginnt ab 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen vor der Dorfkirche. 16 Uhr gibt es ein Flötenkonzert unter dem Titel "Bildkontraste", anschließend eine Weinverkostung. Für 17.30 Uhr wird die eigentliche Eröffnung der Ausstellung im alten Pfarrhaus angekündigt. Die Einführung übernimmt Gudrun Gorka-Reimus vom Kunstverein KunstHaus Potsdam. Der Ausklang ist bei einem Grillfest vor der Kirche, zu dem die Mitglieder der Interessengemeinschaft "Historisches Feld" einladen.

Klie hat sich dabei natürlich etwas gedacht: "Parallel zu den Großveranstaltungen in und im Umfeld von Wittenberg begleitet auch der Elbe-Elster-Kreis das Luther-Jahr 2017. Hier wird dem Publikum, abseits der vielen Höhepunkte rund um das Jubiläum, ein individuellerer Zugang ermöglicht", lockt der Neu-Kolochauer in seine Ausstellung.

Hans-Peter Klies künstlerische Strategien lassen sich im Begriff Appropriation zusammenfassen. Ausgangspunkt der fünfteiligen Arbeit sind die Begriffe "glauben" und "übersetzen", sie werden mit den Mitteln Sprachkritik, Simulation und Dekonstruktion in 40 Textplakaten beleuchtet. Ein wichtiger "Kunstgriff" ist dabei die Implementierung dieser Begriffe in 40 Textfragmente von Ludwig Wittgenstein, in denen der Sprachphilosoph über die Themen "Denken" und "Philosophie" reflektierte. "Durch den Akt der Aneignung werden nicht nur die Ausgangsbegriffe ,glauben' und ,übersetzen' problematisiert, sondern fundamentale Kategorien wie Autorschaft, Originalität, geistiges Eigentum, Geschichte und Identität. Paradoxien werden erkennbar, sichtbar und ästhetisch erfahrbar", ist Klie überzeugt.

Den 40 Texttafeln sind in der Kolochauer Ausstellung drei andere Teile zugeordnet, in denen sich der Kolochauer Künstler auf Themen wie "Abendmahl", "Disputation" und "Beichtstuhl" bezieht - ein beziehungsreiches Feld zwischen Text, Bild, Video, Objekt und Ton wird entwickelt.