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Körbaer wollen sich Wind nicht aus den Segeln nehmen lassen

Wasserspaß am Körbaer Teich. Ob Baden, Angeln oder wie hier im Vorjahr eine Surf-Übungsstunde – gerade jetzt in den Sommermonaten ist der See ein Erholungseldorado. Mit der Ausweisung des Areals als Naturschutzgebiet fürchten viele Körbaer und Einwohner umliegender Orte einschneidende Veränderungen. Kann in den anstehenden Gesprächen mit den Behörden ein "gemeinsamer Nenner" gefunden werden?
Wasserspaß am Körbaer Teich. Ob Baden, Angeln oder wie hier im Vorjahr eine Surf-Übungsstunde – gerade jetzt in den Sommermonaten ist der See ein Erholungseldorado. Mit der Ausweisung des Areals als Naturschutzgebiet fürchten viele Körbaer und Einwohner umliegender Orte einschneidende Veränderungen. Kann in den anstehenden Gesprächen mit den Behörden ein "gemeinsamer Nenner" gefunden werden? FOTO: dmu1
Körba. Christian Hentrich, einer der führenden Köpfe des in Gründung befindlichen Fördervereins "Mensch & Natur – Naherholungsgebiet Körbaer Teich", hat in den zurückliegenden Tagen viel zu tun bekommen. Dafür gesorgt haben die zurückliegende Informationsveranstaltung als auch der Drehtermin des rbb vor Ort am Teich, bei denen immer wieder deutlich wurde, dass er der richtige Mann ist, wenn es darum geht, Bedenken und Anmerkungen im Hinblick auf die geplante Ausweisung des Areals als Naturschutzgebiet zu bündeln. Sylvia Kunze

Das geplante Naturschutzgebiet "Körbaer Teich und Niederungslandschaft am Schweinitzer Fließ" soll eine Größe von rund 222 Hektar auf den Gemarkungen Dahme, Ihlow, Niederer Fläming (alle Teltow-Fläming) sowie Lebusa und Schönewalde (Elbe-Elster) haben. Es soll aus den vier Teilgebieten "Park Bärwalde - Bärwalder Busch", "Mittelbusch und angrenzende Bereiche", "Mehlsdorfer Busch" und "Körbaer Teich mit Hundezagel und Moorwälder am Torfgraben" bestehen.

Christian Hentrich, einer der führenden Köpfe des in Gründung befindlichen Fördervereins "Mensch & Natur - Naherholungsgebiet Körbaer Teich", hat in den zurückliegenden Tagen viel zu tun bekommen. Dafür gesorgt haben die zurückliegende Informationsveranstaltung als auch der Drehtermin des rbb vor Ort am Teich, bei denen immer wieder deutlich wurde, dass er der richtige Mann ist, wenn es darum geht, Bedenken und Anmerkungen im Hinblick auf die geplante Ausweisung des Areals als Naturschutzgebiet zu bündeln.

"Es sind zahlreiche Zuarbeiten eingegangen", bilanziert Hentrich, seines Zeichens Diplombiologe und damit in besonderer Hinsicht fachkundig. Die würden alle Bereiche umfassen, die sich am Körbaer Teich letztlich auch wiederfinden: die Angler, die Forstleute, die Landwirte, die Grundstückseigentümer, die Erholungssuchenden und die Badegäste. "Die angesprochenen Probleme und Bedenken sind alle aufgelistet und werden in den anstehenden Gesprächen mit dem Ministerium und dem Landesumweltamt Basis der Erörterungen sein", verspricht Hentrich.

Er macht deutlich, dass die bereits während der zurückliegenden Informationsveranstaltung vorgebrachte Kritik an der Vorgehensweise des Landes bestehen bleibe und man diese noch einmal vortragen wolle. Dabei ging es unter anderem bei der Umwandlung des Landschafts- in ein Naturschutzgebiet um Inhaltsfehler in der Bearbeitung der Planung, mangelnde Umsetzung gesetzlicher Vorgaben, verfahrensbeeinträchtigende Versäumnisse, Nichtbeachten möglicher Interessenkonflikte und unzureichende prognostische Auswertung in der Konzeption. Hentrich hat sich diese Kritik nicht ausgedacht, sondern sie ergebe sich "aus dem Studium vorliegender Planungsunterlagen und Gutachten". Und genau darüber müsse ebenso gesprochen werden wie über die Sorgen und Ängste, die jetzt vor Ort im Zusammenhang mit dem Verfahren aufgekommen seien.

"Wir sind jedenfalls offen und vor allem gespannt", sagt Hentrich, ob und was sich in den Gesprächen, die auf verschiedenen Ebenen inzwischen zum Körbaer Teich gelaufen seien, bewegt habe. Amtsdirektor Andreas Polz glaubt in diesen Gesprächen eine Art "Einsicht" bei den übergeordneten Behörden erkannt zu haben, mit der bisherigen Art und Weise "über das Ziel hinausgeschossen" zu sein. Er habe immer wieder deutlich gemacht, "wo uns der Schuh drückt". Die Stellungnahme der Gemeinde zum Verordnungsentwurf führt jedenfalls zahlreiche Bedenken auf und ist ebenso Grundlage für die Kommunikation mit Ministerium und Landesumweltamt wie die Hinweise der Bürger, die Christian Hentrich gesammelt hat. "Auf jeden Fall ist richtig Bewegung drin", verspricht Andreas Polz vor dem Termin am Mittwoch, bei dem es schon um einen überarbeiteten Entwurf der Verordnung auf der Basis der bisher geführten Gespräche gehen solle.

Zum Thema:
Der Entwurf der Rechtsverordnung zum Verfahren der Unterschutzstellung vom Naturschutzgebiet "Körbaer Teich und Niederungslandschaft am Schweinitzer Fließ" ist im Internet auf der Seite des Amtes Schlieben zu finden: www.amt-schlieben.de