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| 15:39 Uhr

Neu am Körbaer See
Traum vom eigenen Café erfüllen

 Annett Weisbrodt bei den letzten Deko-Arbeiten. Das kleine Café soll mit (n)ostalgischem DDR-Charme und vielen Erinnerungen an die Zeit der Großeltern und Eltern überraschen.
Annett Weisbrodt bei den letzten Deko-Arbeiten. Das kleine Café soll mit (n)ostalgischem DDR-Charme und vielen Erinnerungen an die Zeit der Großeltern und Eltern überraschen. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Körba. Annett und Marko Weisbrodt wollen am Donnerstag in Körba erstmals ihre Gäste bewirten. Von Sylvia Kunze

Schnell noch ein paar letzte Handgriffe. Seit einigen Wochen haben Annett und Marko Weisbrodt schon auf diesen Tag hingearbeitet. Am Donnerstag wollen sie zum ersten Mal die Türen zu ihrem neuen Café in unmittelbarer Nähe vom Körbaer Teich öffnen.

Das Café freilich ist neu, der kleine Laden jedoch nicht. Den gibt es schon seit vielen Jahren in Körba. „Mein Großvater hat ihn einst eröffnet“, weiß Annett Weisbrodt aus der Familiengeschichte. Von der man ihr nicht viel erzählen muss – weil sie einen Großteil davon selbst miterlebt hat. Nämlich die Zeit, in der dann ihre Eltern das Geschäft weiterführten und in der sie schon von Kindesbeinen an irgendwie immer mittendrin war. Ob Regale einräumen oder an der Kasse aushelfen: „Ich habe das immer gern gemacht. Wenn meine Mitschüler ins Ferienlager fuhren, habe ich im Laden mitgemacht. Warum wegfahren, wenn das Urlaubsparadies direkt vor der eigenen Haustür liegt?“, fragt sie mit Blick auf den nahegelegenen Körbaer Teich.

An dieser Einstellung hat sich bis heute nichts geändert. Deshalb werde es ihr und ihrem Mann nicht schwerfallen, sich die gesamte Saison über um Urlauber und andere Gäste zu kümmern. „Uns bleibt morgens und abends immer noch Zeit, um zum See zu gehen und Pause vom Alltag zu machen“, ist sie überzeugt, den Entschluss nicht zu bereuen.

Der kleine Raum, der bis Ende des vergangenen Jahres noch Anlaufstelle für die kleinen Besorgungen des Alltags war, den ihre längst im Rentenalter befindlichen Eltern aber aus Altersgründen dann schlossen, birgt zahlreiche Erinnerungen an diese Zeit, als Großeltern und Eltern hier einen Teil ihres Lebens bestritten. Sogar ein altes Reklameschild „Gemischtwaren Fritz Matthias“, ein Hinweis darauf, wie alles begann, hat die Zeit überlebt. „Wir haben hier in Haus und Hof genügend Platz und fast nichts weggeschmissen. Bei jedem Aufräumen tauchte was Neues auf, was ich mir gleich zur Seite stellte“, berichtet Annett Weisbrodt.

Das Hauptthema, das sich in der Dekoration manifestiert, ist aber der (n)ostalgische Blick zurück in die DDR-Geschichte. Große Unterstützung hat sie dabei von der sammelfreudigen Familie Krähe aus dem Nachbardorf erhalten.

„Es macht richtig Spaß, das alles einzuräumen. Ich freue mich auf den Neuanfang“, sagt Annett Weisbrodt, für die von Anfang an feststand, dass die Geschäftsaufgabe ihrer Eltern nicht das endgültige Aus für den Laden bedeuten solle, sondern dass sie sich gemeinsam mit ihrem Mann, „auch wenn wir jetzt schon langsam auf die 60 zugehen, noch einen Lebenstraum erfüllen“ will – mit einem kleinen Café, das mit maximal 10 bis 12 Plätzen innen und etwas Platz auf dem Freisitz vor dem Haus zu zweit beherrschbar sein sollte.

 Annett Weisbrodt bei den letzten Deko-Arbeiten. Das kleine Café soll mit (n)ostalgischen DDR-Charme und vielen Erinnerungen an die Zeit der Großeltern und Eltern überraschen.
Annett Weisbrodt bei den letzten Deko-Arbeiten. Das kleine Café soll mit (n)ostalgischen DDR-Charme und vielen Erinnerungen an die Zeit der Großeltern und Eltern überraschen. FOTO: LR / Sylvia Kunze