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| 02:44 Uhr

Kölsaer will für Energieholz werben

Kölsa. Seit zehn Jahren hat sich der Forstunternehmer Jürgen Diecke dem Thema Kurzumtriebsplantagen verschrieben. Statt kostbaren Wald zu verheizen, setzt er auf die Erträge seiner stetig wachsenden Pappelplantagen. Und er will noch mehr Menschen für diesen Weg begeistern. Für Ende September bereitet der Kölsaer deshalb mit weiteren Partnern eine Energieholzmesse vor. Sylvia Kunze

Jürgen Diecke hat bei den Kurzumtriebsplantagen von Anfang an nichts dem Zufall überlassen. Als Mitglied der Erzeugergemeinschaft Biomasse Schraden kann er über all die Jahre auf wissenschaftliche Begleitung seiner Arbeit bauen und auf viele wertvolle Tipps für die weiteren Schritte hoffen.

Geforscht und begutachtet wird an allen nur denkbaren Stellen. So sind im Frühjahr in einigen Reihen einer neu angelegten Pappelplantage verschiedene Mulchmatten ausgebracht worden. Die sollen nicht nur mit den jungen Pflanzen konkurrierendes Unkraut fernhalten, sondern auch Feuchtigkeit im Boden speichern. Dass sie den erstgenannten Zweck erfüllen, kann man mit bloßem Auge sehen. Aber klappt das auch mit dem Feuchtigkeitsspeicher? Antwort darauf wird die Versuchsreihe geben, die Luisa Beger von der TU Dresden in diesen Tagen aufgezeichnet hat und dann von Experten ausgewertet wird.

Zeitgleich wurden Blattanalysen in Arbeit gegeben. Sie sollen Aufschluss darüber geben, welcher der verschiedenen Dünger am besten nachwirkt und die Pflanzen optimal wachsen und erstarken lässt.

Nur zwei aktuelle Beispiele von mehreren wissenschaftlichen Studien, die vor Ort in Kölsa und auch auf anderen Kurzumtriebsplantagen der Erzeugergemeinschaft durchgeführt werden, um der noch jungen Sparte Energieholzgewinnung und -nutzung auf die Beine zu helfen.

Genau das müsse man - auf die Beine helfen. Deshalb ist Jürgen Diecke entschlossen, eine Energieholzmesse vor Ort zu veranstalten. "Ich habe gemeinsam mit meinen Kollegen aus der Erzeugergemeinschaft viele Erfahrungen gesammelt. Diese möchte ich weitergeben, denn ich bin inzwischen mehr denn je davon überzeugt, dass die Kurzumtriebsplantagen eine gute Sache sind", wirbt er für sein Anliegen.

Im Hinterkopf hat er dabei eine jüngst gelesene Auflistung der Uni Hamburg, nach der 65 Prozent des 2010 noch in privaten Haushalten verheizten Energieholzes Scheitholz aus dem Wald gewesen sein soll. Hackschnitzel von Kurzumtriebsplantagen wären stattdessen guter Ersatz.

Zum Thema:
Die Energieholzmesse wird am 28. und 29. September in Kölsa veranstaltet. Während der erste Tag für einen geladenen Personenkreis gedacht ist, wird die Messe am 29. September von 9 bis 16 Uhr für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Sie zeigt ein Carport mit Solardach zur Lagerung von Hackschnitzeln, Hacktechnik für Kleinanwender, verschiedene Trocknungsmöglichkeiten, Heizkessel und mehr. Auch die Beratung wird dabei nicht zu kurz kommen.