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Knock-out für Herzberger Kegelhalle

Die Herzberger Kegelhalle ist 60 Jahre alt und schon lange nicht mehr auf der Höhe der Zeit.
Die Herzberger Kegelhalle ist 60 Jahre alt und schon lange nicht mehr auf der Höhe der Zeit. FOTO: ru
Herzberg. Das war es dann wohl vorerst mit der seit Jahren versprochenen Sanierung der Herzberger Kegelbahn. In der Bauausschusssitzung am Dienstag informierte Bauamtsleiter Rüdiger Bader die Abgeordneten darüber, dass zwar Fördermittel zur Verfügung stehen, die Stadt die geforderten Eigenmittel aber nicht aufbringen kann. Birgit Rudow

Die Kommunalaufsicht hat einer Erweiterung des Investitionsumfanges im Herzberger Haushalt um 200 000 Euro nicht zugestimmt.

Im 2011 beschlossenen Sportstättenentwicklungskonzept der Stadt nimmt das Sanierungsvorhaben Kegelhalle einen hohen Stellenwert ein. Die Kegelbahn ist völlig marode. Das betrifft nicht nur die Bahnanlage, sondern auch den baulichen Zustand sowie den Sozial- und Sanitärbereich. Seit Jahren muss der Leiter der Abteilung Kegeln des VfB Herzberg 68 Kersten Franke beim Deutschen Kegelverband darum betteln, eine Zulassung für die Bahn als Wettkampfstätte zu erwirken. Das funktioniere nur, weil die Gastmannschaften die Umkleiden der benachbarten Fußballer nutzen dürfen, sagt er. "Für drei Jahre können wir die Bahn jetzt noch für Wettkämpfe nutzen. Doch dann ist auch mein Bonus aufgebraucht", so Franke.

Dass eine Sanierung nicht ohne Fördermittel zu stemmen ist, war jedem klar. Das Leader-Programm käme als Förderquelle infrage. Die Lokale Aktionsgruppe Elbe-Elster hat Ende Juni 23 Projekte für eine Leader-Förderung in Elbe-Elster mit einem Förderumfang von 1,8 Mio. Euro bestätigt. Darunter (nicht zum ersten Mal) auch die Herzberger Kegelbahn.

Ursprünglich war ein Neubau, dann ein Umbau für 800 000 Euro vorgesehen. Davon hat man sich beim VfB schon lange verabschiedet. Zur Debatte steht jetzt ein Umfang von 385 000 Euro. 288 000 Euro dafür sollen aus dem Leader-Programm kommen. In den 385 000 Euro noch nicht enthalten sind 82 000 Euro für die Erneuerung der technischen Wettkampfanlage. Diese ist über Leader nicht förderfähig. Weiterhin werden 17 000 Euro für die Planung benötigt. Daraus ergibt sich ein Gesamtumfang von 488 000 Euro, von denen die Stadt 200 000 Euro als Eigenmittel beisteuern müsste.

Bis zum 15. September soll der Fördermittelantrag beim Amt für ländliche Entwicklung in Luckau eingereicht sein. Er muss auch einen Finanzierungsplan enthalten. Da Herzberg für 2017 keinen ausgeglichenen und auch keinen genehmigten Haushalt hat, muss dem Antrag eine Stellungnahme der Kommunalaufsicht beigelegt werden. Die RUNDSCHAU hat beim Kreis nachgefragt, warum er der Stadt kein grünes Licht für die 200 000 Euro gegeben hat. Die Summe sei im Haushalt nicht eingestellt, so der Leiter der Kommunalaufsicht Dirk Gebhard. Die im Herzberger Haushalt 2017 veranschlagten Investitionen seien ohnehin nicht ausfinanziert. Eine Genehmigung sei in diesem Fall laut Kommunalverfassung nur möglich, wenn für die Investition eine rechtliche Verpflichtung vorliegt, wenn sie unaufschiebbar ist oder wenn eine Investition fortgeführt werden muss. Das sei hier alles nicht der Fall, so Gebhard.

Nach der Absage durch den Kreis habe es am Dienstag bei der Stadt ein klärendes Gespräch zwischen Bürgermeister Michael Oecknigk (CDU), VfB-Präsident Dr. Frank Hamann, Kersten Franke und Mitarbeitern des Bauamtes gegeben, so Rüdiger Bader. Im Bauausschuss bezeichnete Kersten Franke die aktuelle Entwicklung als "Knock-out" für die Kegelbahn. "Sie wurde 1958 eingeweiht, und seitdem ist nicht viel passiert", sagte er.

Jetzt gilt es, wenigstens die Erneuerung der Bahnanlage zu retten. Der VfB, so erläutert Franke, habe beim Landessportbund einen Förderantrag eingereicht. In Aussicht gestellt sei ein Zuschuss von 20 000 Euro und ein zinsloses Darlehen über 40 000 Euro. Den Eigenanteil von 22 000 Euro könne die Stadt laut Bader 2018 beisteuern. Der VfB muss nun schnell eine Mitgliederversammlung einberufen, um über den Kredit zu entscheiden, so Franke.

Die Stadt hatte dem VfB Herzberg seit Jahren große Hoffnung auf Unterstützung für die Sanierung der Kegelhalle gemacht. Doch schon 2016 hatte sie wegen des nicht genehmigten Haushaltes einen Antrag auf Förderung zurückgestellt.