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Klavier-Workshop zur Einstimmung

Die zehnjährige Alena Kühn ist am Flügel eine der Teilnehmerinnen des Workshops. Hochkonzentriertes Üben ist in Vorbereitung auf den Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" angesagt.
Die zehnjährige Alena Kühn ist am Flügel eine der Teilnehmerinnen des Workshops. Hochkonzentriertes Üben ist in Vorbereitung auf den Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" angesagt. FOTO: Rico Meißner/rmr1
Herzberg. Ein Flügel, hoch konzentriertes Spielen auf ebendiesem und ein sehr kritisches wie auch wohlwollendes Publikum. Am Samstag wird in Herzberg beim Klavier-Thementag gezielt gearbeitet. In Vorbereitung auf den Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" am kommenden Wochenende in Senftenberg sind die jugendlichen Musiker komplett gefordert, und sie geben ihr Bestes. Man hört es. Rico Meißner / rmr1

"Nicht hetzen lassen, lass dir Zeit zwischen den Stücken. Es sind immerhin verschiedene Musikepochen, die du spielst." Diese Anregung von Rainer Frieß, dem Fachgruppenleiter Tasteninstrumente der Kreismusikschule "Gebrüder Graun" gilt der zehnjährigen Alena Kühn. Sie sitzt am Klavier und bereitet sich wie andere Teilnehmer auch sowohl auf das Konzert des Abends als auch auf den Wettbewerb vor. Für den Laien ist es nur schwer zu erkennen, was die unter anderem anwesenden Musiklehrer noch verbessert gesehen haben möchten.

"Wir unterhalten uns mit den Schülern im Rahmen des heutigen Workshops, was man eventuell noch optimieren kann", erklärt Frieß in einer Pause. Gestaffelt nach Altersgruppen von 6 bis 18 Jahren gilt es, Stücke aus verschiedenen musikalischen Epochen zu spielen. Der gelernte Musiklehrer, der seit 1993 Klavier unterrichtet, weiß, was er von den Schülern erwarten kann. "Wichtig ist, dass sie das Instrument gerne spielen. Was uns besonders freut, was man spannend findet und worauf wir auch großen Wert legen, ist, dass die Schüler selbst mit Vorschlägen kommen, welche Stücke sie spielen möchten."

Die Teilnehmer an diesem Wochenende sind aus dem gesamten Landkreis nach Herzberg gereist. Unter ihnen ist auch der fünfzehnjährige Martin Opitz aus Merzdorf. Wenn auch außerhalb der Wertung. Er ist nicht in der Stadt, um sich auf den Ausscheid vorzubereiten, sondern um, wie er sagt, "Resonanz und Anmerkungen" für sein Spiel zu bekommen. Musiklehrerin Cornelia Dietze unterstützt das. "Martin hat schon an so vielen Wettbewerben teilgenommen. Aber manchmal braucht es auch Freiheit, einfach nur zu spielen. Das Leben besteht schließlich nicht nur aus Wettbewerben." Auf die Frage, ob der junge Mann bestimmte Stücke besonders gerne spielt, lächelt er. "Das kommt immer auf die jeweilige Stimmung an." Gekommen ist er zu dem Instrument, da Zuhause bereits ein Klavier stand, auf dem sein Bruder geübt hat.

Ein Hergang, den auch Rainer Frieß kennt. Er selbst, der Klavier lernte, weil er ein Instrument mochte, dass er nicht "mit sich herumschleppen musste", meint: "Meistens ist es so, dass die Kinder bereits Zuhause Kontakt mit Klavierspielen hatten, etwa wenn ein Elternteil selbst spielt."

Generell gilt es, Disziplin zu halten. Die meisten übten, so Frieß, im Schnitt bis zu einer Stunde pro Tag. Wer aber später zum Beispiel Musik studieren wolle, käme an mindestens zwei Stunden täglich kaum vorbei.

"Wir schauen immer ganz speziell, welche Stücke sich die Kinder anfangs auch wirklich zumuten können. Es soll schließlich ein Ausgleich zum Schulalltag sein, der sie nicht überfordert und so irgendwann die Freude an dem Instrument nimmt", sagt er. Angesichts des wöchentlichen Unterrichtes findet der Lehrer auch viele lobende Worte für die Eltern. "Wir haben sehr motivierte und flexible Eltern. Immerhin muss man, egal wo, im Landkreis, fahren. Das muss in den Alltag und den Arbeitsablauf eingetaktet sein." Aber man bemühe sich auch, Termine wie gerade am Samstag, so zeitig wie möglich bekannt zu geben.

Am späten Nachmittag sind alle vorbereitet auf das öffentliche Konzert am Abend und das wird ein voller Erfolg. Die zwei verschiedenen Stücke, welche die Schüler jeweils zum Besten geben, sind zeitlich und altersgerecht festgelegt. "Wichtig ist, dass die Zeitspanne nicht unterschritten wird", lächelt Frieß. "Ein bisschen überziehen ist nicht so schlimm."