Es geht um den Streit zum Wildenauer Kirchturm, um die Knippelsdorfer Glocken und sein Verhältnis zu Pfarrer Christian Jänicke.

An der Wildenauer Kirche wurden 2003 Sanierungsarbeiten für etwa 350 000 Euro vorgenommen. Später hat sich herausgestellt, dass bei besonderen Wetterlagen Wasser in den Fachwerkkirchturm eindringt. Klaus Däumichen meint, dass Vorschläge der unteren Denkmalschutzbehörde für eine Mängelbeseitigung ignoriert wurden. Ein Gutachten sei nicht beachtet worden. Die Gemeinde habe kein Mitspracherecht gehabt, so Däumichen. Vier Jahre habe die Rüstung ohne Bautätigkeit am Turm gestanden. Er habe den Stillstand im Gemeindekirchenrat (GKR) ständig angesprochen.

Unzufrieden ist der ehemalige Vorsitzende auch mit der Verfahrensweise um die Knippelsdorfer Glocken. 2011 sei ein Gutachten über deren Zustand erstellt worden, schreibt er. Danach sollte die große Glocke eingeschmolzen und neu gegossen sowie die kleine Glocke läutbar gemacht werden. "Fast 5000 Euro hat der GKR im Ort gesammelt", so Klaus Däumichen. Später habe der Pfarrer über ein anderes Gutachten berichtet, das es aber nicht gebe, sagt er. Schließlich wurde die große Glocke wieder läutbar gemacht. Die 5000 Euro seien in die Reparatur der Elektroanlage geflossen. "Aus der Gemeinde kamen Anfragen zum Sachstand neue Glocke mit der Ankündigung, wegen Irreführung die Spenden zurückzufordern", so Klaus Däumichen.

De RUNDSCHAU hat Pfarrer Christian Jänicke mit dieser Meinung konfrontiert. Er, der neue GKR-Vorsitzende Raimond Lück und die Ratsmitglieder Kathrin Mersch aus Mehlsdorf und Uta Arndt aus Werchau sehen das etwas anders. Es habe zu den Glocken kein zweites Gutachten gegen, so Christian Jänicke. Der Gutachter habe nachträglich die Möglichkeit eingeräumt, doch die große Glocke zu reparieren. Das sei im GKR beschlossen worden. Man sei diesen Weg gegangen, damit die Knippelsdorfer überhaupt wieder ein Geläut hätten, so Kathrin Mersch. Das Geld sei nicht zweckentfremdet verwendet worden.

Zum Wildenauer Kirchturm gebe es unterschiedliche Auffassungen, sagt Christian Jänicke. Man habe eine Versammlung im Ort durchgeführt und den Rat von Fachleuten eingeholt. Danach sei es baufachlich vertretbar, den Turm so zu belassen. Herr Däumichen habe aber eine andere Meinung, sagt er.

Die Mitglieder des GKR würdigen trotz der Streitigkeiten die Verdienste von Klaus Däumichen um das Kirchenspiel. Man habe nach dessen Rückzug eine Weile gebraucht, wieder zur Tagesordnung überzugehen. "Die Spannungen haben auch bei uns Spuren hinterlassen", so Kathrin Mersch. Der Pfarrer hatte sich für drei Monate beruflich für den Bereich Knippelsdorf freistellen lassen. Zu den persönlichen Konflikten, die Klaus Däumichen mit ihm hat, will er sich nicht äußern. Der GKR arbeite jetzt wieder konstruktiv, so Raimond Lück.

Man wolle in diesem Jahr auch noch ein schönes Jubiläum feiern - das 350-jährige Bestehen der Kirche Mehlsdorf.