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| 01:00 Uhr

Klasse! Viele wollen Sebastian helfen

Herzberg.. Das hätten Sebastian Rzepka und auch die RUNDSCHAU nicht gedacht, welch eine Welle der Solidarität und der Hilfsbereitschaft sich in der Region Herzberg nach dem Artikel in der Sonnabend-Ausgabe der RUNDSCHAU entwickelt. Noch mal zur Erinnerung. B. Rudow

Der 20-jährige Herzberger hat seine Lehre als Fliesen-, Platten- und Mosaikleger in Essen so gut abgeschlossen, dass er von der Handwerkerschaft Essen als bester Prüfling seiner Innung in diesem Jahr zum 20. November zu einer Auszeichnungsveranstaltung ins Ruhrgebiet eingeladen wurde.
Arbeit hatte Sebastian in Westdeutschland aber nicht gefunden, und kam so nach Herzberg zurück, wo er arbeitslos gemeldet ist und es nun bei der Bundeswehr versuchen möchte. Dem jungen Mann fehlt so derzeit das Geld, um nach Essen fahren zu können. Deshalb bat er um Hilfe.
„Als erstes“ , so erzählte Sebastian Rzepka gestern, „rief ein älterer Herr aus Falkenberg an. Er schlug mir vor, für ihn Holz zu sägen, und mir dafür einen finanziellen Ausgleich zu geben. Das habe ich am Samstag dann auch gemacht.“ Als dann noch eine ältere Herzbergerin anrief, hatte Sebastian das Geld für die Fahrt nach Essen schon zusammen. „Ich habe noch fast weitere 30 Anrufe bekommen, aber dann gesagt, dass es sich erledigt hätte. Soviel Hilfsbereitschaft hätte ich nie erwartet. Eine Frau meinte sogar, ich soll trotzdem vorbeikommen, sie wolle mir etwas Taschengeld geben.“
Auch Gaby Blaser, Marktbereichsleiterin der Herzberger Geschäftsstelle der Sparkasse Elbe-Elster, meldete sich gestern bei der RUNDSCHAU. Die Sparkasse zeichnet in jedem Jahr die besten Lehrlinge der IHK und der Handwerkskammer des Kreises aus. Dafür gibt es eine Sparkassenstiftung „Zukunft Landkreis Elbe-Elster“ . „Aus dem Fond dieser Stiftung möchten wir dem jungen Mann gern helfen und ihm die 100 Euro zur Verfügung stellen“ , sagte Gaby Blaser. Und als sie und Thomas Hettwer, Vorstandsmitglied der Stiftung, dann erfuhren, dass Sebastian das Geld schon zusammen hat, entschieden sie spontan, dass er die 100 Euro trotzdem erhalten soll. „Die Jugendförderung ist das Anliegen unserer Stiftung, und mit dem Geld wollen wir die sehr guten Leistung anerkennen und würdigen, die Herr Rzepka bei seiner Ausbildung in Essen gezeigt hat, zumal es ihm finanziell ja nicht so gut geht“ , so Thomas Hettwer.
Sebastian möchte sich schon jetzt bei allen herzlich bedanken, die ihm geholfen haben oder es wollten. „Wenn ich aus Essen zurück bin, komme ich mit der Urkunde in die Redaktion und erzähle, wie es gewesen ist“ , sagt er.