Aber Freiwillige Feuerwehr ist mehr, als nur ab und zu einen Einsatz zu fahren. Reinhard Brand machte es in seinem Jahresbericht deutlich. 13 500 Stunden wurden von seinen Kameraden in Herzberg und den zugehörigen Löschgruppen Frauenhorst und Friedrichsluga neben den Einsätzen und Übungen geleistet. Hieran haben die Aus- und Weiterbildung mit mehr als 4000 Stunden neben der Wartung, Pflege und Restaurierung der Technik den größten Anteil.

Fuhrpark kann sich sehen lassen
Mit dem Fuhrpark der Herzberger Wehr können sich nur wenige Wehren in der Region in puncto Quantität und Qualität messen. Doch ein Problem sieht Brand in der Personalstärke, die weiterhin rückläufig ist. Jede Menge Spezialtechnik für die diversesten Einsätze ist vorhanden, aber es werden auch Kameraden gebraucht, um diese zu bedienen. Ein Lkw-Führerschein ist mit hohen Investitionen verbunden, privat somit kaum zu tragen. Erfreulicherweise konnten im Jahr 2004 die Kameraden Simon und Kettner durch finanzielle Unterstützung der Stadt- und Kreisverwaltung den Führerschein der Klasse CE erlangen. Ein großes Problem für Brand stellt auch die Zahl der Atemschutzgeräteträger (PA-Träger) dar. Von den 37 Kameraden mit gültiger G 26-Untersuchung (Grundvoraussetzung für PA-Träger) können nur 18 im Ernstfall zum Einsatz kommen, weil nur diese die halbjährliche Wiederholungsprüfung vorweisen können. Mit diesen Kräften kann man gerade noch Klein- oder Mittelbrände in der Anfangsphase wirksam bekämpfen, Großbrände hingegen nicht, hier müssten erst PA-Träger der umliegenden Wehren hinzugezogen werden.
Doch neben diesen Problemen konnte Brand auch Erfreuliches berichten. So ist die Feuerwehr Herzberg seit Dezember im Besitz eines neuen Mannschaftstransportwagens.

Dank für unermüdlichen Einsatz
Im Anschluss kam auch der Bürgermeister zur Wort. Während des Jahresberichts nahm er den Taschenrechner zur Hand und ermittelte den Prozentsatz an Freiwilligen Feuerwehrmitgliedern zur Gesamtbevölkerung Herzbergs. 1,7 Prozent war das Ergebnis. Im Umkehrschluss machte er deutlich, dass noch ein Potenzial von 98,3 Prozent an Bürgern zur Verfügung steht.
Persönlich wünscht er sich, dass mehr Einwohner für die Feuerwehrarbeit gewonnen werden können, und er dankte im gleichen Zuge den Kameraden, die bei Einsätzen jedes Mal ihre gesamte Kraft zur Rettung anderer einsetzen. Er teilte noch mit, dass der neue Mannschaftswagen im vergangenen Jahr über einen Nachtragshaushalt realisiert werden konnte. Obwohl für den Erwerb schon günstige Konditionen ausgehandelt waren, habe es immer noch Gegenstimmen beim Beschluss der Stadtverordneten gegeben. Michael Oecknigk betrübt es, dass die Feuerwehrarbeit von einigen immer noch nicht ernst genommen wird. Er schloss mit den Worten: „Was wir tun können, tun wir, auch in Zukunft - das ist ein Versprechen!“
Mit Nachwuchsproblemen hat auch die Jugendfeuerwehr Herzberg zu kämpfen - das wurde beim Jahresbericht des Jugendwarts Sven Ziehe deutlich. Neben allgemeinen Informationen ließ er auch die Aktivitäten der Jugendwehr wie den Bau der Teichhexe zum Tierparkfest, das Sommerlager in Stolzenhain oder auch den 20. Pokalwettkampf der Jugendwehren noch einmal Revue passieren.

Dank von Betroffenen für die Hilfe
Im Anschluss wurden noch Ehrungen und Beförderungen durchgeführt, ehe man zum gemütlichen Teil überging. Ganz besonders hat die Kameraden an diesem Abend die Anwesenheit von Reinhardt und Frank Sommer gefreut. Im vergangen Jahr löschte die Herzberger Wehr deren Scheune, die nach einem Blitzschlag in Flammen aufgegangen war. Mit einem ordentlichen Fass Gerstensaft sowie einer Spende für die Feuerwehrkasse bedankten sich die Sommers noch einmal für den Einsatz der Herzberger Kameraden.