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Kirchenmusikalisches Leben etablieren

Die Sopranistin Katharina Schrade erfüllte, unterstützt von Christopher Lichtenstein an der Orgel, die Uebigauer Nikolaikirche mit sowohl geistlichem, als auch klassischem Gesang.
Die Sopranistin Katharina Schrade erfüllte, unterstützt von Christopher Lichtenstein an der Orgel, die Uebigauer Nikolaikirche mit sowohl geistlichem, als auch klassischem Gesang. FOTO: rmr1
Uebigau. Vor zehn Jahren hat es schon einmal die gleiche Konstellation gegeben. Damals wurde mit der Gründung des "Vereins zur Förderung der Kirchenmusik im Pfarrbereich Uebigau e. Rico Meißner/rmr1

V." der Konzertzyklus ins Leben gerufen. Und es waren die Berliner Sängerin Katharina Schrade und Christopher Lichtenstein, der Diplom-Organist aus Herzberg, die mit ihren Konzerten jene Reihe begannen, die nun schon Tradition besitzt. Daher lag es nahe, dass im Jubiläumsjahr des Vereins erneut die beiden Künstler den diesjährigen Zyklus kürzlich in der Uebigauer Nikolaikirche eröffneten.

"Vor zehn Jahren hatten wir die Vorstellung, kirchenmusikalisches Leben in Uebigau zu etablieren", erzählt Lichtenstein, selbst Vorsitzender des Fördervereins. "Das ist uns gut gelungen. Es ist ein breites Angebot entstanden, das sich eindeutig erweitert hat und gut angenommen wird. Auch der Besucherzulauf hat nicht abgenommen." Er lobt die gute Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde und betont, es habe "niemals irgendwelche Probleme gegeben".

Auch zur Eröffnung des neuen Konzertzyklus merkte man, dass das Zusammenspiel funktioniert. Auf dem Programm standen Werke von Louis Vierne, Théodore Dubois, Ernest Chausson und Sigfrid Karg-Elert. Alle Stücke ausdrücklich komponiert für Sopran und Orgel. "Es sind sowohl geistliche, als auch klassische Sachen, wie etwa das Ave Maria", sagt Sopranistin Katharina Schrade vor ihrem Auftritt. "Die große Herausforderung bei einer orgelspezifischen Komposition liegt im Zusammenspiel. Da hilft nur üben und noch einmal üben."

Die beiden Musiker, die sich seit ihrem Studium in Leipzig kennen, tun dies auch regelmäßig. Zuerst jeder für sich, später zusammen. "Musikalische Details müssen einfach gemeinsam ausgearbeitet werden", ergänzt Lichtenstein. Dann setzt er sich an die Orgel und die Klänge des Instrumentes untermalen den hohen Gesang der Sängerin. Erst lateinisch, danach französisch und deutsch und eine andachtsvolle Stimmung erfasste die Kirche. Vor ihrem Auftritt hatte Katharina Schrade noch betont, wie sehr sie das Gebäude und die Orgel möge. "Hier ergibt sich eine hervorragende Symbiose zwischen Gesang und Musikinstrument."

Aber nicht nur Uebigau, sondern auch Wiederau, Langennaundorf, Gräfendorf und Drasdo werden in diesem Jahr Stationen des Konzertzyklus sein. Ein zentraler Bestandteil ist Ende Juni ein Festgottesdienst mit anschließendem Brunch anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Fördervereins in der Uebigauer Kirche.

Und was wären die Wünsche für die nächsten zehn Jahre? "Wir sind erfolgreich gestartet und hoffen, auch so fortfahren zu können", so der Vorsitzende. "Neben den Veranstaltungen gilt es weiterhin, die Instrumente im Pfarrbereich zu erhalten und zu pflegen. Natürlich wünschen wir uns auch, dass uns der bisherige Zuspruch erhalten bleibt und wir vielleicht mit unseren Angeboten noch weitere Interessierte gewinnen können", sagt er. Eine Bilanz ziehen aus den vergangenen Jahren möchte Christopher Lichtenstein nicht. "Es gab ja kein eindeutiges Ziel. Unser Blick ist immer nach vorne gerichtet. Wir wollen regelmäßig Veranstaltungen anbieten, es geht um die Kontinuität." Wahrscheinlich hat er recht. Bilanz ziehen klingt auch immer ein wenig nach Abschluss. Und der soll es lange nicht sein.