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Kreistagssitzung
Kinderbetreuung kostet mehr Geld

Elbe-Elster. Die Kinderbetreuung im Elbe-Elster-Kreis kostet immer mehr Geld. Auf der Kreistagssitzung am Montag haben die Abgeordneten deshalb überplanmäßigen Aufwendungen im Budget "Tageseinrichtungen für Kinder" für das Jahr 2017 in Höhe von 1,893 Millionen Euro zugestimmt. red/ru

Das Budget entspricht der Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben für die Kinderbetreuung, die der Landkreis aufbringen muss.

Für das Loch von etwa 1,9 Millionen Euro gibt es laut Kreisverwaltung verschiedene Gründe. Das beginnt mit der Entwicklung der Kinderzahlen. Wurden im Jahr 2013 im Landkreis Elbe-Elster durchschnittlich 6436 Kinder in Krippe, Kindertagesstätte und Hort betreut, so waren es im vergangenen Jahr 6618 und sind es in diesem Jahr durchschnittlich 6721. Damit ist die Kinderzahl zum jetzigen Zeitpunkt des Jahres bereits um 103 gestiegen. Die Prognose für 2017 lag bei 120. Für das dritte und vierte Quartal rechnet die Kreisverwaltung mit weiteren 43 Kindern. Der Mehraufwand allein durch den Abstieg der Kinderzahl beträgt etwa 154 000 Euro.

Ein weiterer Grund sind die Tariferhöhungen im Sozial- und Erziehungsdienst sowie im öffentlichen Dienst, die im Haushaltsbeschluss zum Teil noch nicht berücksichtigt werden konnten.

Auch hat sich der Personalschlüssel für Kita-Kinder geändert. So betreut seit dem 1. August eine Fachkraftstelle nicht mehr zwölf, sondern 11,5 Kinder. Ab dem 1. August 2018 erfolgt eine weitere Verbesserung. Eine Fachkraftstelle betreut dann nur noch elf Kinder. Des Weiteren erhöht sich der Zuschuss zu den Personalkosten für Kinder vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zur Einschulung seit dem 1 August von 85,2 Prozent auf 85,8 Prozent und auf 86,4 Prozent ab 1. August 2018.

Mehr Geld kosten auch der Mehrbelastungsausgleich für Kinder unter drei Jahren an die Kommunen, die Erhöhung der Personalkosten für Ergänzungskräfte, die Erhöhung des Leitungsanteils entsprechend der Anzahl der pädagogischen Mitarbeiter und der Kostenausgleich an Kreise und Städte für diejenigen Kinder aus dem Landkreis Elbe-Elster, die Einrichtungen außerhalb des Landkreises besuchen. Diese Mehrkosten resultieren aus den Tariferhöhungen und den Personalschlüsseländerungen.

Zu den zusätzlichen Kosten meinte Marlis Eilitz, Leiterin des Amtes für Familie, Jugend und Sport im Kreisausschuss, dass man sich diese Veränderungen für die Tageskindereinrichtungen gewünscht habe. Dass sie aber alle innerhalb eines guten Jahres gekommen sind, damit habe man nicht rechnen können. Der Doppelhaushalt sei bereits 2016 erstellt worden.

Die überplanmäßigen Aufwendungen werden mit 600 0000 Euro aus dem Budget "Grundsicherung für Arbeitsuchende" und der Restbetrag durch die Entnahme aus der Überschussrücklage gedeckt.