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Kiebitzer Bruchwiesen bekommen ein großflächiges Feuchtbiotop

Falkenberger Naturschützer starten im Oktober eine Aktion zum Schutz von Flurgehölzen und Solitärbäumen.
Falkenberger Naturschützer starten im Oktober eine Aktion zum Schutz von Flurgehölzen und Solitärbäumen. FOTO: Dieter Lehmann
Falkenberg. Durch einen Bürgerhinweis im Frühjahr dieses Jahres wurde der Falkenberger Naturschutzverein "Elsteraue" darauf aufmerksam gemacht, dass durch einen Landwirtschaftsbetrieb in im Elbe-Elster-Kreis eine Feldhecke durch einen bodennahen Verschnitt teilweise schwer geschädigt wurde. Bei einem anschließenden Vorort-Termin (die RUNDSCHAU berichtete) wurde zwischen Landwirten und Naturschützern diskutiert, wie derartige Handlungen künftig vermieden werden können. red/ru

Dabei sei weitgehend gegenseitiges Einvernehmen erreicht worden, so Dieter Lehmann vom Naturschutzverein. Um diese Erkenntnisse öffentlich zu machen, startet der Verein "Elsteraue" jetzt im Oktober eine Aktion zum Schutz von Flurgehölzen und Solitärbäumen. "Wir verbinden sie mit einer Aufforderung an alle landwirtschaftlichen Betriebe, diesbezüglich Neuanpflanzungen vorzunehmen", so Dieter Lehmann weiter.

Feld- und Flurgehölze, Hecken und Solitärbäume sind typische Elemente in den intensiv genutzten Kulturlandschaften. Sie bieten Lebensräume für eine Vielzahl von Pflanzen, Insekten, Amphibien, Reptilien, für Vögel und für Kleinsäuger, erklärt er. "Ziel unserer Aktion ist es, dass im Landkreis Elbe-Elster der ökologische Wert von Flur- und Feldgehölzen sowie solitär stehenden Bäumen erkannt und vermittelt wird. Diese unverzichtbaren Landschaftselemente sollen nicht nur geschützt, sondern auch durch Neuanpflanzungen vermehrt und erweitert werden", so Dieter Lehmann..

Diese natürlichen Strukturen seien im Gefolge der landwirtschaftlichen Nutzung entstanden. Ihre Ausdehnung, ihr Verlauf und ihre Größe entwickelten sich in Abhängigkeit von der Bewirtschaftung. Daraus ergebe sich ihre heutige Gefährdung, so Lehmann. Die Technisierung und Rationalisierung in der Landwirtschaft ließen Hecken und Feldgehölze zu unproduktiven Bestandteilen werden, die heutzutage leider oft ersatzlos beseitigt werden. Dabei werde nicht beachtet, dass derartige Biotopstrukturen nach dem Brandenburger Naturschutzgesetz und in Verbindung mit dem Bundesnaturschutzgesetz gesetzlich geschützte Biotope sein können. "Alle Maßnahmen, die zu einer Zerstörung oder erheblichen und nachhaltigen Beeinträchtigung von gesetzlich geschützten Biotopen führen, sind unzulässig", sagt der Falkenberger Naturschützer.

Um die öffentliche Aktion "Flur- und Feldgehölze schützen und neu anpflanzen" praktisch umzusetzen und um ein Beispiel zu geben, hat der Falkenberger Naturschutzverein mit der Agrargenossenschaft Beyern eine Vereinbarung getroffen. So soll in den Kiebitzer Bruchwiesen im Spätherbst ein großflächig angelegtes neues Feuchtbiotop geschaffen werden. Bereits im Frühjahr wurden gemeinsam Sträucher und Bäume in einem als Ausgleichsmaßnahme angelegten Biotop nachgepflanzt.

Mehr Informationen auf www.nsv-elsteraue.de