Lediglich die doch nun recht frostigen Temperaturen sorgten dafür, dass sich die dünne weiße Pracht ein wenig länger hält. Zumindest auf Straßen, die nicht chemisch behandelt worden sind.
So musste Polizeioberkommissar Holger Sommer vom Herzberger Revier nur einen Unfall vermelden, der im Zusammenhang mit Straßenglätte passiert ist. Allerdings soll der Fahrer, der gestern gegen 7 Uhr in Horst mit seinem Pkw aus der Kurve getragen und gegen eine Grundstücksumfriedung geschleudert wurde, auch für die herrschenden Fahrbahnverhältnisse etwas zu schnell unterwegs gewesen. Am Auto entstand ein Schaden von rund 10 000 Euro.

Disziplinierte Autofahrer
Insgesamt lobte POK Holger Sommer jedoch die Kraftfahrer. Die meisten, denen er auf seinem Weg vom Wohnort Kraupa zur Arbeitsstelle in Herzberg begegnet sei, hätten sich fahrmäßig den Witterungsbedingungen angepasst. Allerdings sei die Bundesstraße 101 zwischen Elsterwerda und Herzberg auch frühzeitig gut vom Schnee beräumt gewesen.
Folglich hatten die Werkstätten keine zusätzliche Arbeit zu verrichten, wie Iris Mattecka vom Autohaus Elfeldt bestätigte. Sie selbst war am Sonntagabend mit dem Auto zwischen Spreewald und Elsterland unterwegs. Da seien ihr auf der Bundesstraße beizeiten die Räum- und Streufahrzeuge entgegen gekommen, sagte sie. Wenn auch nicht in ihrer eigenen Fahrtrichtung. Aber als sie dann gestern Vormittag gegen 9.45 Uhr zur „Spätschicht“ fuhr, seien die Straßen überall in Ordnung gewesen.
Ähnlich sah ihre Kollegin Aline Kittlaus vom Herzberger Ford-Autohaus Procopius die Dinge. Bis gestern Mittag hatten sie in der Firma lediglich einen Kunden zu betreuen, der in den Graben gerutscht war, aber nur mal checken lassen wollte, ob alles o.k. ist. Es war.

Mühe auf Nebenstraßen
Sie kommt aus Thalberg gefahren und habe sich frühmorgens auf den Nebenstraßen doch erstmal quälen müssen. Auf der Bundesstraße ging es dann auch für sie besser. Als sie am Abend zuvor bei Schwarzheide unterwegs gewesen sei, hätte hingegen das blanke Glatteis auf der Straße gestanden.
Hans-Jürgen Köllner von der Straßenmeisterei Herzberg berichtete, dass man seit Sonntag 19 Uhr bis etwa 23 Uhr mit jeweils sechs Fahrzeugen zum Räumen, Streuen und Salzen unterwegs gewesen sei. Die nächste Schicht in gleicher Größenordnung hätte dann um 3 Uhr wieder begonnen. Jeder Fahrer habe ein Gebiet von etwa 45 Kilometer Straßen der verschiedensten Ordnungen zu betreuen, und das werde in dieser Jahreszeit generell zweischichtig betrieben.
Im gesamten Elbe-Elster-Kreis hat es, wie Pressesprecherin Ines Filohn berichtete, elf witterungsbedingte Unfälle gegeben. So ist zwischen Gröden und Plessa-Süd im Schradenland eine Frau mit ihrem Auto gegen einen Baum gerutscht. Sie verletzte sich dabei leicht, konnte allerdings nach kurzer ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Am Auto entstand ein Schaden von rund 3000 Euro.