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| 14:47 Uhr

Wetterrückblick
Katastrophale Trockenheit im Juni

Ein Rehbock im sommerlich heißen Mai – auch er leidet unter Nahrungsmangel.
Ein Rehbock im sommerlich heißen Mai – auch er leidet unter Nahrungsmangel. FOTO: Dieter Lehmann
Region. Der Falkenberger Naturschützer Dieter Lehmann zieht in seinem Wetterrückblick Bilanz: Hitzestress und Wassermangel. Von Dieter Lehmann

Drei Monate hintereinander mit extremen Wetterwerten! April, Mai und nun auch der Juni mit Sonne pur, Hitzestress und Wassermangel. Das alles aber nur im Nordosten Deutschlands. Im Süden und Westen hingegen zumeist schwülwarme Luft und örtlich heftige Gewitter mit Starkregen und Überschwemmungen. Insgesamt war der Juni in Deutschland sehr warm, teilweise extrem trocken und sonnenscheinreich. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

In unseren heimatlichen Regionen gab es meist sehr warmes, sonnenscheinreiches Wetter ohne Regen, so dass die sich schon seit April anbahnende Trockenheit fast katastrophale Ausmaße annahm. Das zunächst frühlingshafte Grün der Wiesenflächen verwandelte sich schnell in ein fahles Gelb der immer lebloser werdenden landwirtschaftlich genutzten Flächen. Für die Landwirtschaft eine Katastrophe. Missernten stehen bevor und die Existenz nicht weniger Landwirtschaftsbetriebe ist gefährdet! Sie benötigen finanzielle Hilfe und Unterstützung nicht nur von der Europäischen Union, sondern auch vom Land Brandenburg!

Mit seiner Durchschnittstemperatur von 17,8 Grad Celsius (°C) lag der Juni um 2,4 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. In der ersten Junidekade kletterte das Quecksilber häufig auf Werte um oder sogar über 30 °C. Am 7., 8. und 9. Juni war das bei mir in Falkenberg der Fall. Danach wurde es etwas kühler, und ausgerechnet zur Sommersonnenwende, am Nachmittag des 21. Juni, gab es einen eklatanten Temperatursturz! Das Tiefdruckgebiet „Cathy“ hatte dafür gesorgt. Von Schweden und Dänemark kommend hatte es auf seiner Rückseite polare Kaltluft nach Mitteleuropa geführt. Vormittags war das Thermometer noch auf 27 Grad geklettert, doch schon am frühen Nachmittag sanken die Temperaturen schlagartig bis auf 13 Grad ab. Zum Glück für die ausgedörrte Natur brachte dieser Temperatursturz vom 22. bis 24. Juni geringe Regenfälle. Örtlich verschieden waren es insgesamt bis zu 14 Liter pro Quadratmeter. Aber danach brachte das großräumige Hoch „Daryl“ über Skandinavien die Hitze wieder zurück.

Doch nun die Frage: Warum kommt es immer häufiger zu derartigen Wetterextremen? Nicht nur bezüglich der gegenwärtigen Trockenheit, sondern auch im Rückblick auf die vier Extremstürme, die wir von Juni 2017 bis Januar 2018 erleben mussten. Sie zerbrachen, entwurzelten und zerstückelten massenhaft Bäume. Noch heute sind die Baumleichen vielerorts in unseren Wäldern zu sehen.

Wir sind im Klimawandel angekommen! Es wird wärmer auf der Erde. In Deutschland beträgt die Erwärmung gegenwärtig etwas über ein Grad Celsius. Auf Grönland hingegen sind es schon erschreckende fünf Grad. Die Eisgletscher schmelzen rasant, die Meeresspiegel steigen. Schon in naher Zukunft könnte es ungemütlich auf unserer Erde werden!