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Kastanienblüte im August

An der Kastanienallee zum Kiebitzer See zeigte sich Ende August an einigen Bäumen eine zweite Blüte.
An der Kastanienallee zum Kiebitzer See zeigte sich Ende August an einigen Bäumen eine zweite Blüte. FOTO: D. Lehmann/dlh1
Elbe-Elster. Der August war in Deutschland mit 17,9 Grad Celsius um 1,4 Grad wärmer als das Soll der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Überwiegend westliche Winde führten oft kühle Luft in unsere Region. dlh1

Der Monat erreichte mit rund 90 Litern Regen pro Quadratmeter (l/m²) immerhin 118 Prozent seines Klimawertes von 77 l/m². Die Gewitter brachten zwar nicht mehr extrem hohe Regenmengen, dafür wurden sie häufiger von schweren Stürmen begleitet.

Im Land Brandenburg betrug die Durchschnittstemperatur sogar 18,6 °C, und mit 220 Stunden Sonneneinstrahlung war es das sonnenscheinreichste Bundesland. Die Niederschlagsmenge betrug rund 80 l/m². Diese war damit deutlich höher als der Durchschnittswert von 59 l/m².

Über Falkenberg zogen im August fünf Gewitter hinweg. Die Regenmenge war mit insgesamt 89 Litern pro Quadratmeter überaus reichlich, was für die Landwirtschaft in diesem Erntemonat nicht unbedingt angenehm war.

Insgesamt war der Sommer 2017 von großen Unterschieden geprägt. Nach sehr trockenem Beginn gab es dann reichlich Niederschläge. Mit seiner Durchschnittstemperatur von 18,0 Grad lag er bundesweit 1,7 Grad über dem internationalen Klimawert. Auch die Sonne schien reichlich. Deshalb war es ein insgesamt sehr warmer Sommer. Der Kiebitzer See - immerhin rund 60 Quadratmeter groß und durchschnittlich sieben Meter tief - erreichte eine Wassertemperatur von fast 23 Grad. Badefreuden pur waren somit garantiert.

Wer Ende August aufmerksam die Kastanienallee zum Kiebitzer See durchqueren musste, der konnte ein besonderes Naturereignis bestaunen: Eine zweite Blütezeit. Die Gemeine Rosskastanie (lat. Aesculus hippocastanum) blüht je nach Witterung von April bis Mai. Die Blüten sitzen zu vielen in aufrecht stehenden Rispen zusammen, die im Volksmund auch "Kerzen" genannt werden.

Leider wird diese Baumart seit einigen Jahren von der Miniermotte (Cameraria ohridella) befallen. Die Fraßgänge der Larven führen zu einer schnellen Braunfärbung der Blätter. Und dies führt zu einer Schwächung des Baumes, da die Photosynthese unterbrochen wird. Die Bäume können weniger Nährstoffe aufnehmen. Bisher gab es allerdings noch kein Absterben der Bäume aufgrund des Befalls. Im Gegenteil, an einigen Ästen treiben neue Blätter aus und dort können sich dann sogar neue Blüten entwickeln. Für mich ist das ein Naturwunder!