Von Sylvia Kunze

Die Sonne lässt durchaus schon vom Sommer träumen. Lediglich die Temperaturen bremsen noch. Höchste Zeit, mit Blick auf Richtung Saisonstart im Falkenberger Erholungsgebiet „Kiebitz“ zur Frühjahrsbegehung einzuladen. An der beteiligen sich neben Vertretern der Stadt und des Erholungsgebietes die bewährten Partner: die Wasserwacht, die Angler, der Naturschutzverein, der Bungalow- und Siedlerverein, die Agrargenossenschaft Beyern und die Polizei. Es ist der gewohnte Draufblick auf Abgearbeitetes und noch zu Erledigendes — und doch für zwei der Beteiligten ein besonderer.

Teamchef ist jetzt ein Neuer

Monika Mietsch, seit 16 Jahren treibende Kraft und Teamchefin vor Ort, geht die Runde zum letzten Mal mit. Ihren Job hat nun Rocco Jungnickel übernommen, der die Tour um den See in dieser großen Runde zum ersten Mal läuft und sie nutzt, sich mit den Partnern bekannt zu machen und zu hören, ob es Probleme gibt und welche gemeinsame Aufgaben eventuell zu bewältigen sind. Die Stelle war, nachdem die Stadtverwaltung sie ausgeschrieben hatte, durchaus begehrt. Jungnickel hat sich gegen 40 Mitbewerber durchgesetzt.

Er ist kein Unbekannter. Der Chef einer Falkenberger Malerfirma, die nun erst einmal sein Vater weiterführt, wollte sich beruflich noch einmal verändern und hat als passionierter Camper den nötigen Blick auf das Geschehen im Erholungsgebiet. „Dennoch gibt es eine Unmenge an Abläufen und Herangehen zu lernen“, hat er in den wenigen Wochen, die er nun schon vor Ort ist, schnell mitbekommen.

Sonne auf einer Bank genießen und faulenzen, kommt deshalb weder für ihn noch für Monika Mietsch in Frage. Die will ihrem Nachfolger so viele Tipps und Handlungsempfehlungen mit auf den Weg geben, wie nur möglich — damit sie ab nächstem Monat den Ruhestand genießen und dann zum Sonnen und Faulenzen an den See kommen kann. Ob ihr das gelingt, oder ob sie in ihrer quirligen Art dennoch über den Platz fegt, bleibt abzuwarten.

Vorbereitungen gut in der Zeit

Um die diesjährigen Saisonvorbereitungen scheint es jedenfalls gut bestellt. Die ersten Dauercamper haben bereits ihren Zweitwohnsitz aktiviert. An so manchem Bungalow wird gehämmert, gebohrt und innen wie außen aufgehübscht. Auch an dem der Falkenberger Angler. Wie Schatzmeister Thomas Voigt berichtet, haben die Vereinsmitglieder das gute Stück von Grund auf saniert und „eine Masse an Eigenleistungen und Vereinsersparnissen“ investiert. Zum Tag der offenen Tür am 4. Mai soll der Bungalow, der in erster Linie an Vereinsmitglieder vermietet wird, fertig sein. „In unbelegten Zeiten geht er in die offene Vermietung. Die Nachfrage ist groߓ, berichtet der Angler.

Es geht weiter mit Themen wie unerlaubtes Baden am Nordufer, „Revierstreitigkeiten“ unter FKK-Anhängern, Textilbadern und Gästen der Cocktailbar sowie noch nötige Aufräumarbeiten. Dabei erlebt man den See immer wieder aus gänzlich neuen Sichtweisen. „Weil wir es einmal geschafft haben, ganz viel Schilf abzuschneiden“, erklärt Erholungsgebiet-Chefin Marion Casper, warum so mancher plötzlich Dinge entdeckt, die zwar schon Jahre so sind, aber noch nie so offenkundig zu Tage traten. Auch sie selbst bleibt übrigens von solchen Aha-Momenten während der Runde nicht verschont.