Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hat gestern den jetzigen und künftigen Kommunalpolitikern eins dick unterstrichen ins Hausaufgabenheft geschrieben: "Wenn das Hafenprojekt Wirklichkeit werden soll, müsst ihr Klinken putzen." Denn ohne Nachweis der Wirtschaftlichkeit wolle das Land nicht blauäugig Fördermittel freigeben. Dabei sieht Junghanns für das Projekt große Chancen und ein enormes Potenzial für die Elbestadt. Deshalb gab er sich auch nicht zufrieden, als Bürgermeister Dieter Jähnichen erklärte, man wolle im Mai mit potentiellen Hafennutzern an einen Tisch kommen. Der Wirtschaftsminister forderte die Verantwortlichen auf, schon davor entsprechende Verhandlungen aufzunehmen und klare Bekenntnisse abzufordern. "Wir wollen genauer wissen, was an die Kaimauer kommt", meinte er. An einem runden Tisch würde es sonst vermutlich nur bei Lippenbekenntnissen bleiben.
Die infrastrukturelle Aufwertung Mühlbergs sei dabei ein Pfund, mit dem man jetzt argumentieren müsse. Auch wenn noch nicht alle Straßenanschlüsse da seien, jetzt sehe man, wohin die Richtung geht.
Dem CDU-Bürgermeisterkandidaten Josef Rudolf Schmidt stärkte er den Rücken, als dieser erklärte, das Thema Wirtschaftsentwicklung zu seinem Hauptaufgabenfeld zu machen. Nach der kurzen Visite an der Elbebrücke und den Gesprächen im Hafen besuchte der stellvertretende Ministerpräsident auch noch das Gelände der leerstehenden Möbelfabrik und stellte sich am Abend Bürgerfragen.