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Juli war abermals ein Monat der Extreme

Ein Keiler von selten gesehener Größe wechselt über die Kiebitzer Bruchwiesen.
Ein Keiler von selten gesehener Größe wechselt über die Kiebitzer Bruchwiesen. FOTO: Dieter Lehmann
Elbe-Elster. Dieter Lehmann vom Falkenberger Natur- schutzverein zieht in seinem Wetterrückblick abermals eine drama- tische Monatsbilanz.

Wie bereits im Juni erlebt, bescherte uns auch der Monat Juli extreme Wettersituationen. In der ersten Monatshälfte wechselten nicht ortsfeste Hochdruckgebiete regelmäßig mit von Westen heranziehenden Tiefdruckgebieten.

Sehr warme Luft zog von der Iberischen Halbinsel über Deutschland hinweg. Am 7. Juli stieg das Thermometer in Falkenberg auf 30,4 Grad Celsius - also ein sogenannter meteorologischer Sommertag. Die Wassertemperatur im Kiebitzer See erreichte wonnige 23,2 Grad. Also Badefreuden voller Lust, auch für mich. Nachdem es anfangs des Monats noch an Regen gemangelt hatte, fielen am 10. Juli nach einem Morgengewitter endlich ergiebige Niederschläge. In Falkenberg waren es über 30 Liter pro Quadratmeter.

Dramatisch wurde es jedoch am Monatsende. Durch das Tief "Alfred" kam es vom 24. bis zum 26. Juli vor allem in Mitteldeutschland zu intensivem Dauerregen. An der Eckertalsperre im Harz fielen innerhalb von 72 Stunden 302 Liter pro Quadratmeter. Zahlreiche andere Messstellen meldeten ebenfalls neue Monatsrekorde. Viele Bäche und Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten Innenstädte und Dörfer. Im nördlichen Brandenburg, in Sachsen-Anhalt und in Niedersachsen war es besonders schlimm.

Mit deutschlandweit rund 130 Liter Wasser pro Quadratmeter erreichte der Juli 163 Prozent seines Solls von 78 Liter pro Quadratmeter. Damit gehörte er zu den zehn niederschlagsreichsten Julimonaten seit Messbeginn im Jahr 1881.

Temperaturmäßig war der Juli ein zu warmer Monat. Mit einer Durchschnittstemperatur von 18,1 Grad Celsius war er um 1,2 Grad gegenüber der internationalen Referenzperiode zu warm.

Ich selbst hatte am 24. Juli ein besonderes Erlebnis: Frühmorgens gegen 6 Uhr wechselte ein Wildschwein-Keiler von noch nie gesehener Größe über die Kiebitzer Bruchwiesen. Ein Jäger - wie ich früher einmal einer war - hätte wohl seine Büchse sprechen lassen.