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| 18:00 Uhr

Zum 50. Jubiläum der Mondlandung
Warum sich Hobby-Astronomen für den Mond interessieren

 Der Mondaufgang als Sequenz.
Der Mondaufgang als Sequenz. FOTO: Heiko Ulbricht / Heiko Ulbricht und Dirk Landrock
Jeßnigk. Der naheste und zugänglichste Himmelskörper übt eine eigene Faszination aus - auch für Astronomen aus Elbe-Elster. Von Daniel Roßbach

Obwohl der Mond nicht wie andere Himmelskörper Einblick in ganz ferne Galaxien gibt, ist er für viele Hobby-Astronomen ein interessantes Beobachtungsobjekt. Nicht zuletzt wegen der menschlichen Expeditionen zum Mond, deren erste sich heute zum fünfzigsten Mal jährt.

„Der Mond ist ein wunderbarer Einstieg dazu, den Himmel zu beobachten“, sagt Dirk Landrock vom AstroTeam Elbe-Elster. Der Verein veranstaltet seit 2007 jährlich im Herbst ein großes Treffen für Hobby-Astronomen in Jeßnigk bei Herzberg. Dank dünner Besiedlung gibt es dort weniger Lichtverschmutzung als in den meisten Gegenden in Deutschland.

Der Mond eigne sich unter anderem deshalb so gut, um zu beginnen, sich für das Weltall zu interessieren, weil er „als Kind leicht spielerisch wahrgenommen werden kann“, sagt Landrock: „Man begegnet ihm in Liedern oder Gegenständen ohnehin ständig, und kann ihn sich dann auch am Himmel ansehen. Außerdem ist er viel leichter zu beobachten als die viel zu helle Sonne.“

Auch dass der Mond der Erde im Vergleich zu deren Dimension sehr groß ist – größer als die anderen Satelliten in unserem Sonnensystem gemessen an ihren Planeten – macht ihn interessant. Auch deshalb kommt es zwischen Erde und Mond zu recht starken Wechselwirkungen – deren stärkere Seite, die von der Erde auf den Mond ausgeübten Kräfte, allerdings oft vergessen werden. „Man kann Mond und Erde auch gemeinsam als Doppel-Planeten verstehen“, sagt Hobby-Astronom Dirk Landrock.

 Während einer totalen Mondfinsternis: Der Mond, kurz vor Beginn der Totalität.
Während einer totalen Mondfinsternis: Der Mond, kurz vor Beginn der Totalität. FOTO: Heiko Ulbricht und Dirk Landrock
 Während einer totalen Mondfinsternis: der Mond, kurz vor Beginn der Totalität.
Während einer totalen Mondfinsternis: der Mond, kurz vor Beginn der Totalität. FOTO: Heiko Ulbricht und Dirk Landrock

Landrocks eigenes Interesse an den Sternen begann, wie er sagt, schon in der Schulzeit – passender Weise an einer nach dem ersten Kosmonauten Juri Gagarin benannten Schule in Dresden. Dort leitete Landrock als Zehntklässler eine Arbeitsgemeinschaft zu Astronomie (wörtlich: die Untersuchung der Gesetze der Sterne, nicht zu verwechseln mit der unwissenschaftlichen ‚Astrologie‘). Landrocks Interesse an der Materie nahm danach trotzdem für eine Zeit lang ab. 1997 erweckte dann die Beobachtung des Kometen Hale-Bopp das astronomische Interesse des heute 55 Jahre alten Bautechnikers erneut.

Noch immer geht auch für Landrock von den Besuchen von Astronauten auf dem Mond eine große Faszination aus. „Den Start einer Saturn 5 – der Rakete, mit der die Apollo 11 Mission gestartet wurde – anzuschauen, ist ungeheuer beeindruckend. Vor allem in den Zeitlupenaufnahmen der damals analogen Kameras ist das sehr imposant“, sagt Landrock.

Beim Anblick der schieren Kraft der Triebwerke, der daraus in einen Betonschacht schlagenden Flammen und der riesigen Mengen Wasser zur Kühlung gelte es zu beachten, dass Menschen es gewagt haben, sich nach nur wenigen Versuchen „auf diese 350 Tonnen schwere Bombe zu setzen.“

Wenn Landrock selbst den Mond beobachtet, sind dessen große Krater auf der erdzugewandten Seite sein Lieblingsmotiv. Oder nicht die Krater selbst, sondern die Zentralberge der relativ früh in der Geschichte des Kosmos entstandenen Formationen - bevor diese Seite des die Erde umkreisenden Körpers durch diese von größeren Einschlägen abgeschirmt wurde. Diese Berge entstanden durch die Gegenbewegung des Gesteins nach einem Einschlag: „Das ist wie wenn Wasser hochspritzt, nachdem etwas hineinfällt. Nur dass das Gestein dann erstarrt.“ Weil die Zentralberge höher sind als die Ränder der Krater, kann ein geübter Beobachter sie eher als die umgebenden Bereiche im Sonnenlicht erkennen.

 Der Mond, von Dirk Landrock vom AstroTeam Elbe-Elster an der Sternwarte Radebeul beobachtet.
Der Mond, von Dirk Landrock vom AstroTeam Elbe-Elster an der Sternwarte Radebeul beobachtet. FOTO: Dirk Landrock
 Der Mond, von Dirk Landrock vom AstroTeam Elbe-Elster an der Sternwarte Radebeul beobachtet.
Der Mond, von Dirk Landrock vom AstroTeam Elbe-Elster an der Sternwarte Radebeul beobachtet. FOTO: Dirk Landrock

Beobachten kann man den Mond dank der geringen Entfernung schon mit recht einfachen Mitteln. Besonders empfehlenswert ist, meint Dirk Landrock, aber ein Teleskop mit einer relativ großen, mit Zusatzlinsen zu erreichenden Brennweite von 2000 Millimetern und einer Öffnung von 100 Millimetern. Mit dieser Optik ist der Erdtrabant Format-füllend zu sehen – und zu fotografieren. Erkennen lässt sich aber auch mit kleineren Objektiven und etwas geringerer Auflösung vieles.

Außerdem helfen viele interaktive Karten, die im Internet frei oder kostenlos verfügbar sind, den Mond und möglicherweise für die Beobachtung spannende Stellen kennenzulernen. Zu solchen Stellen gehören für Dirk Landrock auch Gesteinsformationen, die Figuren oder Buchstaben nachbilden, und nur unter bestimmten Bedingungen und in beschränkten Zeitfenstern zu sehen sind.

 Der Mondaufgang als Sequenz.
Der Mondaufgang als Sequenz. FOTO: Heiko Ulbricht / Heiko Ulbricht und Dirk Landrock