Von Sylvia Kunze

„60 Jahre – 60 Musiker“ - unter diesem Motto wird das Festkonzert des Falkenberger Jugendblasorchester am 1. Juni stehen. Dabei ist klar, dass sechs Jahrzehnte Jugendblasorchester mehr als nur 60 Musiker hervorgebracht haben. „Es waren in all den Jahren mehr als 400 Mädchen und Jungen, die über das Orchester Zugang zur Musik fanden“, hat Patrick Mieth, Vorsitzender des Blasorchestervereins, mal fix überschlagen. Die genaue Zahl zu errechnen wäre vielleicht eine Hausaufgabe für die Vereinsverantwortlichen bis zum Festkonzert.

Was nicht heißen soll, dass sie nicht ausreichend anderes zu tun hätten. Das Jubiläumsjahr hat sich bereits mit einigen anspruchsvollen Terminen gefüllt, die es vorzubereiten gilt. Rein organisatorisch ebenso wie musikalisch. Um letztgenanntes kümmert sich vorrangig Orchesterleiter Bernd Klöhn. Er ist nun schon seit sechs Jahren der musikalische Chef der Truppe. Und im Vorstand und darüber hinaus ist man sich einig, dass es maßgeblich ihm zu verdanken ist, dass das Orchester wieder eine steigende Mitgliederzahl verzeichnet, allein zehn neue seit Januar 2017.

Derzeit zählt es 35 Aktive im Alter von zehn bis 69 Jahren. Ohne Tuba-Opa Reinhard Hoffmann geht es eben nicht. Aber alterstechnisch ist er doch die Ausnahme. Schließlich handelt es sich um ein Jugendblasorchester.

Das trotz seiner Jugend genau so viel auf dem Kasten hat wie eine vergleichbare Gruppe Erwachsener. Dafür sorgt zum einen das systematische Heranführen der Instrumentalisten an die Orchestermusik. In der Grundschule geht es nach der musikalischen Früherziehung schon in der 3. und 4. Klasse mit Einzelunterricht auf den Instrumenten los und in der 5. und 6. Klasse mit dem Einstieg in das Orchester weiter. Dafür sorgen zum anderen aber auch die regelmäßigen Proben, bei denen das Repertoire geübt, geübt, geübt – und immer wieder erweitert wird. So, dass Kaffeekonzerte, Marschmusik, Frühschoppenbegleitung, festliche Konzerte, Rockiges und Modernes, Zapfenstreiche, Weihnachtskonzerte und mehr möglich sind und die jungen Musiker mit ihrer Vielfalt immer wieder punkten können.

Die werden sie bei den anstehenden Terminen in diesem Jahr allemal unter Beweis stellen. Auch ohne extra Probenlager, das sonst immer zu Beginn eines Jahres auf dem Programm stand. „Wir werden die eigentlichen Proben noch intensiver nutzen, um uns auf die Auftritte in diesem Jahr vorzubereiten. Denn statt Probenlager steht eine Orchesterfahrt zu Beginn der Sommerferien nach Budapest an“, berichtet Bernd Klöhn. Sie gehört neben dem Festkonzert zu den Höhepunkten des Jubiläumsjahres und wird neben vielen touristischen Erlebnissen ein Zusammenspiel mit einem ungarischen Jugendblasorchester und bestenfalls auch ein Konzert vor Ort ermöglichen. „Wir sind schon beim Vorbereiten. In der vorigen Woche haben wir zum Beispiel begonnen, alte Titel einzustudieren, die das Orchester früher mal gespielt hat – damit die einstigen Mitglieder, die beim Festkonzert wieder in unseren Reihen mitspielen, nicht noch neue Titel einstudieren, sondern altes Repertoire nur wieder auffrischen müssen“, so Klöhn weiter.