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Jörg Gampe: Stolz, Bürgermeister zu sein

Finsterwalde. Amtsinhaber Jörg Gampe geht mit langjähriger Berufserfahrung als Wirtschaftsförderer, Bauamtsleiter und Verwaltungschef erneut ins Rennen.

Im Jahr 2010 traten Sie ihr Amt als Bürgermeister von Finsterwalde an. Warum möchten Sie dieses Amt weitere acht Jahre ausführen?
Die Finsterwalder kennen mich, seit 2010 darf ich Bürgermeister meiner Heimatstadt sein. Das erfüllt mich noch immer, wie auch am ersten Tag, mit viel Stolz. Ich möchte gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen und den Stadtverordneten unsere Stadt für und mit den Finsterwalder Bürgerinnen und Bürgern weiter mitein-

ander gestalten.

Wo sehen Sie Ihre Stärken, die Ihnen als Bürgermeister und damit den Finsterwaldern zugute kommen?
Die Finsterwalderinnen und Finsterwalder zu motivieren für IHRE Heimatstadt aktiv zu sein. Zuhörend, die Sorgen der Finsterwalder Bürgerinnen und Bürger ernst nehmend und dann zeitnah nach Lösungsmöglichkeiten gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen suchen. Aber auch ehrlich zu sagen, dass nicht alles sofort realisierbar ist und manches auch Zeit braucht. Meine langjährige Berufserfahrung als Wirtschaftsförderer und Bauamtsleiter sind hier sicher nicht hinderlich. Auch wenn ich manchmal selbst etwas zu ungeduldig bin. Meine Maxime ist und bleibt: "Ich möchte nicht wissen, warum es nicht geht, sondern wie eine Lösungsmöglichkeit im Sinne der Bürger aussehen kann!"

Wenn Sie sich die Sängerstadt in acht Jahren vorstellen, welches Bild haben Sie von Finsterwalde?
Finsterwalde ist auch in acht Jahren noch eine liebens- und lebenswerte Stadt, in der viele engagierte Bürgerinnen und Bürger leben, die ehrenamtlich viel in und für die Stadt leisten. Unsere städtischen Grundschulen sind barrierefrei erreichbar. Ich wünsche mir, dass die schöne Momentaufnahme der gut gefüllten Kindergärten und Schulen noch lange bestehen bleibt. Ich merke, dass gegenwärtig viele junge Familien zurück zu uns in die Sängerstadt kommen und auch diejenigen, die nie weg gewesen sind, entscheiden sich vermehrt dazu, Kindern in unserer Stadt ein Zuhause zu geben. Es wäre wunderbar, wenn dieser Trend bestehen bleibt, damit unsere Stadt stabil bleibt und auch wieder ein wenig wachsen kann. So soll es auch 2025 sein! Die Stadthalle ist mit Leben gefüllt und die Rosa-Luxemburg-Straße hat nicht mehr diesen grauenhaften Zustand, wie heute. Erste Ideen aus dem Projekt "Zukunftsstadt 2030" befinden sich bereits in der Umsetzungsphase. Ganz Finsterwalde ist der Glasfasercampus.

Gibt es Dinge, die Sie in einer nächsten Amtsperiode anders anpacken würden als bisher?
Leider habe ich die Erfahrung machen müssen, dass gemeinsame Absprachen und Festlegungen mit Fraktionsmitgliedern und der damaligen Vorsitzenden des Ortsverbandes der SPD, beim Stadthallenprojekt, trotz Teilnahme des Vorsitzenden und der stellvertretenden Vorsitzenden der SVV nicht eingehalten und mit wahrheitswidrigen Aussagen in den sozialen Medien verbreitet wurden.

Aus heutiger Sicht würde ich die Gespräche protokollieren und durch die Gesprächspartner autorisieren lassen, dann wäre uns als Stadt nicht so viel Zeit verloren gegangen und weniger Schaden entstanden. Ich war der Meinung, dass dies bei gestandenen Kommunalpolitikern nicht notwendig sei und habe mich getäuscht.

In welcher Frage sahen Sie sich in der zurückliegenden Zeit am weitesten entfernt von der Auffassung Ihres Herausforderers und warum?
Ich gehe offen und ehrlich an Projekte und es ist mir wichtig, Hinweise oder Anregungen der Finsterwalderinnen und Finsterwalder frühzeitig in die Projektplanungen mit einfließen zu lassen.

Mit einem gerade gestarteten Volksbegehren soll die geplante Kreisgebietsreform in Brandenburg gestoppt werden. Hat Brandenburg aus Ihrer Sicht eine Reform nötig?
Wichtiger, als die geplante Kreisgebietsreform, ist eine ausreichende Finanzausstattung für die Städte und Gemeinden durch das Land Brandenburg! Von der anfangs in Rede stehenden Funktionalreform, also der Übertragung von Aufgaben des Landes an die Kreise und Städte ist so gut wie nix mehr übrig geblieben. Bei der jetzt geplanten Kreisreform mit Monsterstrukturen bleiben die Menschen auf der Strecke, da Ansprechpartner in erklecklicher Reichweite nicht mehr zu finden sein werden.

Wie gut interkommunale Zusammenarbeit funktionieren kann, zeigen wir im Kommunalverbund der Sängerstadtregion oder im Regionalen Wachstumskern Westlausitz gemeinsam mit Lauchhammer, Großräschen, Schwarzheide und Senftenberg. So zum Beispiel bei unserer gemeinsamen Ausbildungsmesse am 23.09.2017 in Senftenberg.

Verwaltungsprofi verfügt über reiche Berufserfahrung

Jörg Gampe, Jahrgang 1969, ist gebürtiger Finsterwalder, seit 27 Jahren verheiratet mit Irene Gampe. Beide haben drei gemeinsame Kinder, einen Enkel.

Jörg Gampe ist seit 2008 Mitglied der CDU. Nach dem Abitur in Finsterwalde absolvierte er ein Studium an der Landesakademie für öffentliche Verwaltung Potsdam. Später folgte ein berufsbegleitendes Studium an der FH für öffentliche Verwaltung Bernau, eine Fortbildung zum kommunalen Finanzbuchhalter bei der IHK/BKA Potsdam und die Erweiterung zum kommunalen Bilanzbuchhalter bei der BKA Potsdam. Jörg Gampe war zuvor Wirtschaftsförderer, Bauamtsleiter und von 2007 bis 2010 Amtsdirektor des Amtes Elsterland.