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| 13:29 Uhr

Riesige Leidenschaft für die Leichtathletik
Joachim Schütze bereist für den Sport die Welt

 Joachim Schütze und die Weltsportlerin des Jahres 2018, Beatrice Chepkoech, die er in Monaco traf.
Joachim Schütze und die Weltsportlerin des Jahres 2018, Beatrice Chepkoech, die er in Monaco traf. FOTO: privat
Linda. „Chefreporter“ und Kneiper Joachim Schütze aus Linda holt Weltklassesportler zu den Linde-Leichtathleten nach Schönewalde. Von Sven Gückel

Wenn das Tross internationaler Leichtathleten durch die Welt zieht, um vor großem Publikum die Kräfte zu messen, ist ihnen ein Zuschauer stets gewiss: Joachim Schütze aus Linda. Ohne Berührungsängste empfängt er die Stars der Szene am roten Teppich oder verwickelt sie in ein längeres Gespräch.

Es sind zwei wesentliche Punkte, die Joachim Schütze auf seiner privaten Visitenkarte verankert hat. Da ist zum einen der Hinweis auf seine Gaststätte „Zur Linde“, wesentlich fetter aber ist die Zeile „Sport-News-Linda“ vermerkt. Über diesen genialen Streich muss der Kneiper aus Linda selbst laut lachen. „Gut, oder?“, fragt er im Interview zurück. Seit 2012 ist Schütze drei- bis viermal im Jahr auf internationalen Leichtathletik-Events anzutreffen. Monte Carlo, Monaco, Rom, Zürich, Barcelona und Brüssel lauteten schon mehrfach die Reiseziele. Auch in Katar ist er gewesen. Um den Hals trägt Schütze dann eine offizielle Presseakkreditierung, über die Schulter hat er die Kamera gelegt.

Dass sich dieses Reisen einmal zu einer solchen Leidenschaft entwickelt, hätte er selbst wohl nie erwartet. 2012, als der Internationale Leichtathletikverband IAAF in Barcelona sein 100-jähriges Bestehen feierte, wollte auch Joachim Schütze mit dabei sein. Kurz entschlossen rief er deshalb den heutigen Ehrenpräsidenten des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) Helmut Digel an und trug dem sein Ansinnen vor. „Kommen Sie doch einfach hin. Ich regle das“, bekam Schütze zur Antwort. Seine persönlichen Daten sollte er als Pressemitarbeiter hinterlegen. „Seither bin ich Mitglied dieses Zirkels und kann selbst eine Akkreditierung beantragen“, sagt er. Um der Sache auch einen gebührenden Namen zu geben, hob er die „Sport-News-Linda“ aus der Taufe.

Übernachtung und Flug bezahlt Joachim Schütze stets selbst. Auch wenn die Gelegenheiten, sich diese Kosten zu sparen, durchaus schon gegeben waren. Aber Schütze will anderen nicht auf der Tasche liegen, möchte vielmehr seiner Leidenschaft für die Leichtathletik gebührend Raum öffnen. Weltmeister und Olympiasieger Carl Lewis, „Doping-Legende“ Ben Johnson, und viele andere mehr hat er seither getroffen. Als Beleg dafür dienen Hunderte Fotos, die Schütze wie einen Schatz hütet. Besonders stolz ist er auf ein längeres Gespräch, das er Ende letzten Jahres mit Eliud Kipchoge aus Kenia führte. Der Weltmeister im 5000-Meter-Lauf und Olympiasieger im Marathonlauf gewann im September 2018 den Berlin-Marathon und stellte mit seiner Siegerzeit von 2:01:39 h einen neuen Weltrekord auf. Ein vom Sponsor Kipchoges angefertigtes Buch in limitierter Auflage gehört nun auch Schütze, samt persönlicher Widmung des Athleten.

 Auf das  Autogramm, das Marathon-Weltrekordler Eliud Kipchoge ihm gab, ist Joachim Schütze besonders stolz.
Auf das Autogramm, das Marathon-Weltrekordler Eliud Kipchoge ihm gab, ist Joachim Schütze besonders stolz. FOTO: privat

„Man könnte tagelang erzählen, was ich in den vergangenen sechs Jahren alles erleben durfte“, schwärmt der 58-Jährige. Es gebe keinen Leichtathleten von Weltklasse, den er noch nicht getroffen habe. Inzwischen erkennen ihn auch Sportler und Journalisten wieder. „Du auch wieder hier?“, fragte ihn Kugelstoßolympiasieger Robert Harting unlängst in Monaco. Seinen guten Draht zu den Athleten nutzt Schütze aber auch zum Wohle seiner Heimatregion. Schon mehrfach konnte er einige von ihnen nach Schönewalde holen, wo die Leichtathleten des SV Linde jedes Jahr mit prominenten Gästen ihre Besten ehren. Im letzten Jahr war es Kugelstoßerin Christina Schwanitz, die Schütze für eine Reise nach Schönewalde überzeugen konnte. „Ich habe sie in Monaco und später in Brüssel noch einmal gefragt. Letztlich hat sie mich zuhause abgeholt und wir sind zusammen nach Schönewalde gefahren“, bekennt er stolz.

Nach seinen schönsten Erlebnissen befragt, nennt er das Treffen mit Kipchoge, einen Besuch der Zentrale der IAAF Anfang Dezember 2018 und das Miterleben des Weltrekordlaufes der Kenianerin Beatrice Chepkoech über 3000 Meter Hindernis. „Bei deren 8:44,32 Minuten hat das gesamte Stadion von Monaco gebebt“, blickt er noch immer fasziniert zurück. Ein Bild von ihr und dem „Kneiper aus Linda“ gibt es natürlich auch.

Auch 2019 wird Joachim Schütze wieder auf Reisen gehen. Im Juli möchte er zudem jeden Interessierten auf die vergangenen Touren mitnehmen. Im Verlaufe eines Straßenfestes sollen in der Museumsscheune Linda eine Vielzahl Fotos Einblick in das Leben des „Chefreporters“ von Sport-News-Linda geben.