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Jetzt muss auch der Estrich runter

Der Fußboden wurde in der Clajus-Schule in Herzberg in vier Klassenräumen – einem je Etage und einem mit Fußbodenheizung – zur Probe abgefräst. Dabei sind aber noch Kleberreste verblieben uhnd der geruch nicht weg. Jetzt muss erneut abgetragen und erneut Proben genommen werden.
Der Fußboden wurde in der Clajus-Schule in Herzberg in vier Klassenräumen – einem je Etage und einem mit Fußbodenheizung – zur Probe abgefräst. Dabei sind aber noch Kleberreste verblieben uhnd der geruch nicht weg. Jetzt muss erneut abgetragen und erneut Proben genommen werden. FOTO: Birgit Rudow
Herzberg. Der Wunsch nach einer möglichst einfachen Lösung für das seit Jahren schwelende Geruchsproblem an der Johannes-Clajus-Schule in Herzberg ist geplatzt. Laut Gutachter müssen jetzt auch 0,5 bis ein Zentimeter Estrich vom Fußboden gefräst werden. Zunächst zur Probe. Gabi Böttcher

Seit Montag liegt das Gutachten für das Geruchsproblem an der Johannes-Clajus-Schule vor. Darüber informierte am Montagabend in der Sitzung des Bildungsausschusses des Kreistages Ciro Scherff, Amtsleiter Gebäudemanagement der Kreisverwaltung. Der im Januar-Ausschuss unterbreitete Vorschlag, in den Osterferien in vier ausgewählten Räumen Fußbodenbelag und Kleber zu entfernen, ist umgesetzt worden. Ein Vor-Ort-Termin in der vorigen Woche hat jedoch Ernüchterung gebracht. Marlis Eilitz, Leiterin des Amtes für Jugend, Familie und Bildung: "Das Ergebnis hat uns in Schrecken versetzt. Es hat nur ganz wenig gebracht." Ausschussvorsitzender Gerd Rothaug (CDU): "Die Geruchsprobe ist zwar am Vormittag besser ausgefallen als am Nachmittag, aber es ist nicht zufriedenstellend." In einem bestimmten Rhythmus waren die vier Versuchsräume nach Herausnehmen von Fußbodenbelag und großen Teilen des Klebers gelüftet und geheizt worden. Doch der belastende Geruch, der zur Erleichterung von Schulleiter Ernst Becker und aller Betroffenen schon zuvor als nicht die Gesundheit gefährdend eingeschätzt worden war, ist geblieben.

Jetzt sollen ab dem 27. April in den Versuchsräumen eine Schicht Estrich abgefräst, erneute Proben genommen und untersucht werden. Anfang Mai sollen die Ergebnisse vorliegen. Danach will die Verwaltung einen Plan für das weitere Vorgehen vorlegen. Um rechtzeitig vor den Sommerferien Aufträge an Firmen vergeben zu können, hatte Ciro Scherff im März vorsorglich einen Teilnahmewettbewerb unter Fußbodenlegern und Malern ausgeschrieben. An Firmen, die sich des Problems annehmen, dürfte es danach nicht fehlen.

Daniel Mende (LUN/BVB/BfF/Hz) mahnte, sich voll auf das Problem der Geruchsbelästigung zu konzentrieren und nicht, wie im Kreisentwicklungsausschuss zu hören, gleich dieVerbesserung der Akustik in den Räumen mit zu erledigen. "Wir wollen so schnell wie möglich das Geruchsproblem lösen", unterstrich Mende. Dr. Waldemar Nehring (SPD/FDP) erinnerte an das jahrelang anhängige Problem. Ein erstes Gutachten habe 2012 vorgelegen. Er stellte die Frage, ob es reichen werde, 0,5 bis einen Zentimeter Estrich zu entfernen. Die Estrich-Schicht sei zwischen drei und sechs Zentimeter stark, räumte Ciro Scherff ein. Ausschussvorsitzender Gerd Rothaug (CDU) erneuerte seinen bereits im Januar-Ausschuss formulierten Druck auf die Lösung des Problems. Ziel sei, es in diesem Jahr zu schaffen. Derweil nutzte Schulleiter Ernst Becker die Gelegenheit, im Ausschuss auf die entstandene Raum-Not hinzuweisen. "Es ist extrem eng geworden", so Becker. Einer der vier Räume sei zudem ein Hort raum gewesen, was die Not auch in diesem Bereich verstärke.

Für die nächste Sitzung des Ausschusses am 22. Juni versprach Amtsleiterin Eilitz einen Zeit- und Finanzplan zur Problem-Lösung. Erst dann wird auch beantwortet werden können, ob die bereits geplanten 460 000 Euro ausreichen werden.