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| 01:02 Uhr

Jetzt fahren Steins aus Kolochau selbst nach Sri Lanka

Kolochau.. Anfang des Jahres berichteten wir von der Initiative des Ehepaares Renate und Dieter Stein aus Kolochau zur Hilfe für Flutopfer in Sri Lanka (RUNDSCHAU vom 8. Januar 2005). L. Günther

Mit Unterstützung der Schliebener Amtsdirektorin Iris Schülzke hatten sie ein Konto eingerichtet und per Handzettel ihre Mitbürger aufgerufen, dort Spenden einzuzahlen, die dann ganz direkt den Menschen im Dorf Hawraduwa Koggala zugute kommen sollen. Dazu hatten die Steins angekündigt, selbst in Kürze auf eigene Kosten nach Sri Lanka zu fliegen, um das Geld dort den Bedürftigen zu übergeben. Und dafür ist inzwischen alles vorbereitet, wie Dieter Stein gestern in der Herzberger RUNDSCHAU-Redaktion mitteilte.

Noch bis zum 15. Februar
Dabei konnte er mit Stolz und Freude die bisher erzielte Spendensumme von 3100 Euro nennen. Dazu habe maßgeblich auch der Aufruf in der Heimatzeitung beigetragen. Bis zum 15. Februar soll diese Aktion noch fortgeführt werden, denn vier Tage später werden Renate und Dieter Stein nach Sri Lanka starten. Weitere Spenden können auf das bisherige Konto eingezahlt werden, besser sei es jedoch, so der Initiator, eine neue Nummer zu nutzen, die inzwischen - weil gebührenfrei - eingerichtet worden ist. Sie lautet: 33 40 10 40 50 bei der Sparkasse Elbe-Elster, Bankleitzahl 180 510 00. Verwendungszweck: Flutopfer Koggala Sri Lanka. Als Kontoinhaber fungiert auch weiterhin das Amt Schlieben.
Dieter Stein bedankt sich schon jetzt bei allen Spendern, so bei den Schülerinnen und Schülern der Klasse TWi 2003 vom OSZ Falkenberg, die durch großes Engagement fast 300 Euro zur Gesamtsumme beigesteuert haben. Das haben sie neben eigenen finanziellen Beiträgen auch über einen Kuchenbasar geschafft.

Staffeln nach Bedürftigkeit
Im Dorf Koggala stehen die beiden Kolochauer dann vor einer nicht leichten Aufgabe: „Wir könnten jeder Familie dann etwa 30 Euro in die Hand geben“ , sagt Dieter Stein, „doch wir möchten versuchen, die Zuwendungen nach Bedürftigkeit ein wenig zu staffeln. Dafür wird es bei diesen wunderbaren Menschen Ver ständnis und Unterstützung geben“ , ist er sich sicher.
Das ist kein Wunder, denn nach ihrer Silberhochzeitsreise im Jahre 2000 waren die Steins bereits sechs Mal in Sri Lanka. Dafür haben sie immer ganz eisern gespart, denn Dieters Einkommen als Elektromonteur, der gegenwärtig zudem noch völlig ohne Job ist, hält sich in Grenzen. Aber die Liebe zu diesem Land und seinen Leuten lässt den Verzicht auf manche Annehmlichkeiten des hiesigen Lebens leicht fallen. Man spielt sogar mit dem Gedanken, sich irgendwann für längere Zeit dort anzusiedeln.

Freude auf die Patenkinder
Jetzt freuen sich die Steins zunächst auf ein Wiedersehen mit ihren beiden Patenkindern, der 12-jährigen Nethmi und ihrer 15-jährigen Schwester Sarini aus dem Dorf Matara, ein paar Kilometer südlich von Koggala gelegen. Die Familie ist bereits vor der Flut unverschuldet in Not geraten, und die Kolochauer fördern die künstlerischen Talente der Mädchen, indem sie deren Ausbildung in Gesang und Tanz finanzieren.
Gemeinsam mit einer Familie aus Thüringen, eine Urlaubsbekanntschaft von Sri Lanka, haben die Steins zudem eine weitere Aktion auf den Weg gebracht: Der Rudolstädter Architekt wird mit Hilfe der Thüringer Landesregierung ein Behelfskrankenhaus aus 25 Containern im Ort Hawraduwa errichten. Die Fundamente stehen bereits. Im doppelten Sinn.