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| 17:07 Uhr

Kurstadtregion Elbe-Elster
Jeder braucht einen Namen, auch eine Verbandsgemeinde

Kurstadtregion. Die Vorbereitungen für den Zusammenschluss der Städte Bad Liebenwerda, Falkenberg/Elster, Mühlberg/Elbe und Uebigau-Wahrenbrück laufen auf Hochtouren.

Das Gesetz, das genau diesen Zusammenschluss und damit die Gründung der Verbandsgemeinde ermöglicht, wurde vom Landtag Brandenburg im September 2018 beschlossen. Im Moment wird mit den Abgeordneten der vier Stadtverordnetenversammlungen der Fusionsvertrag erarbeitet. Neben vielen anderen Fragen ist ein Punkt der Name.

Klar, jeder hat sich mit dem Begriff „Kurstadtregion Elbe-Elster“ angefreundet und weiß, mehr oder weniger, was gemeint ist. Es geht um den Zusammenschluss der vier bisherigen Verwaltungen. Die vier Städte bleiben eigenständig und daran sollte auch nie gerüttelt werden. Jedoch ist es mit einem Namen wie im normalen Leben, nichts ist selbstverständlich.

Natürlich lag der Begriff Kurstadtregion Elbe-Elster als Name für die Verbandsgemeinde auf der Hand, doch der kann es nicht werden. Das Kurortegesetz des Landes Brandenburg steht hier dagegen, da die Begrifflichkeiten in Bezug auf das der Stadt Bad Liebenwerda verliehene Prädikat wegen der Verwechselungsgefahr nicht überörtlich verwendet werden dürfen. Kurstadt Bad Liebenwerda ist der nach dem Kurortegesetz geschützte Begriff und danach darf der Wortbestandteil „Kur“ oder „Kurstadt“ nicht verwendet werden und daher war dieser Name unmöglich.

Der Vorschlag „Verbandsgemeinde Elbe-Elster“ war ebenso interessant, doch da droht eine Verwechslung der Verwaltungen. Der Landkreis als eigene Gebietskörperschaft heißt auch Elbe-Elster.

Dazu kamen Namen, die einen geschichtlichen Bezug gehabt hätten. „Verbandsgemeinde Kursachsen“ oder „Verbandsgemeinde Brandenburgisches Kursachsen“. Mal ganz ehrlich, kling gut - ist aber kaum genehmigungsfähig. Kursachsen war einfach zu groß und das Brandenburgische Kursachsen reicht deutlich über das Gebiet der künftigen Verbandsgemeinde hinaus. Schließlich gehörten auch Elsterwerda oder Plessa zu Kursachsen, zeitweise waren Gebiete bis in den Belziger Raum dabei. Blieb unter anderem noch die Idee Verbandsgemeinde „viereinander“. Sie kennen den Spruch bereits. Als Bekenntnis der vier Städte ist er gut und wichtig, aber geben Sie das mal in ein Navigationsgerät ein. Sie werden keinen Treffer finden.

In konstruktiven Diskussionen entstand schließlich die Idee des Namens „Verbandsgemeinde Liebenwerda“. Dies wurde ebenso aus historischen Zusammenhängen hergeleitet und bezieht sich auf die Stadt Liebenwerda als historischen Verwaltungssitz und künftigen Hauptsitz der Verbandsgemeinde. Das Amt Liebenwerda, damals noch Ammt geschrieben, war eine Verwaltungseinheit des Kurfürstentums Sachsen und dem damaligen Kurkreis angegliedert. Bis zur Abtretung an Preußen 1815 bildete es als sächsisches Amt den räumlichen Bezugspunkt für die Einforderung landesherrlicher Abgaben und Frondienste, für Polizei, Rechtsprechung und Heeresfolge. Die Stadt Mühlberg/Elbe war damals ein eigenes Amt und gehörte nicht zum Amt Liebenwerda. Sie gehörte gleichwohl zum allseits bekannten Kreis Liebenwerda, der bis 1993 bestand. Diese einigenden historischen Bezüge sind der Grund, warum mit diesem Namen jeder in den Diskussionen umgehen konnte.

Noch ein ganz wichtiger Hinweis, der Name bezeichnet nur die künftige Gebietskörperschaft der Verbandsgemeinde. Das heißt für die Menschen und die wirtschaftlichen Unternehmen unserer Region, es muss keine Anschrift, kein Ausweis oder Firmenstempel geändert werden. Auch die gelben Ortstafeln werden sich nicht ändern, denn die vier Städte bleiben unter dem Dach der Verbandsgemeinde selbständig. Auch in der Verbandsgemeinde Liebenwerda wird ab dem 1.1.2020 ein Mühlberger ein Elbestädter sein, der Falkenberger lebt immer noch in der Eisenbahnstadt, die Einwohner von Bad Liebenwerda sind dann, nach wie vor, in der Kurstadt zu Hause und die Menschen in Uebigau-Wahrenbrück bewahren ebenso ihren Identität. Was ändert sich für Sie? Nichts, denn Sie werden auch in Zukunft in jedem Rathaus – egal in welcher der vier Städte sie zu Hause sind - kompetente Ansprechpartner vorfinden.