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Treibjagden
Jäger fürchten Schweinepest und fordern mehr Unterstützung

Auch die Jagdgenossenschaft Grochwitz mit Jagdpächter Uwe Fritsche hat kürzlich Treibjagden durchgeführt und das Ergebnis präsentiert.
Auch die Jagdgenossenschaft Grochwitz mit Jagdpächter Uwe Fritsche hat kürzlich Treibjagden durchgeführt und das Ergebnis präsentiert. FOTO: Dieter Müller
Herzberg. Mit Drückjagden haben die Jäger der Region Herzberg zum Ende des Jahres versucht, den Bestand an Schwarzwild zu reduzieren. Die afrikanische Schweinepest sitzt ihnen im Nacken. Von Birgit Rudow

Bis zum Jahresende fanden im Herzberger Stadtgebiet zahlreiche so genannte Drück- oder Treibjagden statt. Ziel der Jäger war es vor allem, soviel Schwarzwild wie möglich zu erlegen, um  den Bestand zu reduzieren. „Die afrikanische Schweinepest ist bis Warschau ran und steht vor unserer Tür“, sagt Volker Enigk. Er ist Obmann der Pächtergemeinschaft der Jagdgenossenschaft Mahdel-Frauenhorst. Zwei Drückjagden führt die Jagdgenossenschaft durchschnittlich im Jahr durch. „Alles andere wird vom Hochsitz geschossen“, so Volker Enigk.

Das Schwarzwild vor das Gewehr zu bekommen, ist für die Feld-Jäger aber nicht gerade einfach. Die Pächter jagen in ihrem knapp 800 Hektar großen Gebiet ausschließlich auf landwirtschaftlichen Flächen. Bei der ersten Drückjagd im Dezember haben sie zwei Stück Schwarzwild erwischt. Bei der zweiten lediglich fünf Rehe. „Die landwirtschaftlichen Flächen grenzen an Waldgebiete, aus denen das Wild nachts rauskommt. Dort richten vor allem Wildschweine großen Schaden an. Die Wiesen werden regelrecht umgegraben. Und die Maisäcker sehen nicht viel besser aus. Nach der Ernte werden Maiskolben untergepflügt. Danach sucht das Wild ebenso wie nach Eicheln, Käfern, Larven und Regenwürmern“, so der Jagdpächter. Doch wer denkt, dass die Jäger dann leichtes Spiel mit den Wildschweinen haben, der hat sich geirrt.

Wie Volker Enigk erklärt, ist vor allem der Wolf der Grund dafür. Erst vor kurzem hat er selbst bei Falkenberg zwei Wölfe beobachtet, sagt er. Wegen der Wolfsrudel würden die Wildschweine immer weniger aus dem Wald in die Fläche kommen. Und wenn sie kommen, dann in immer größer werdenden Rotten, um sich Schutz vor dem Wolf zu verschaffen. „Wenn man ein Schwein in der Rotte erlegt, ist der Rest weg“, sagt er. Auch seien die Wildschweine schlaue Tiere und würden verstärkt im Waldschatten nach Futter suchen. Das mache die Jagd noch schwieriger, so Enigk.

Früher hätten die Jagdpächter in Mahdel und Frauenhorst im Jahr etwa 50 Stück Schwarzwild geschossen. Heute seien es aufgrund der großen Rottenbildung etwa 30, hauptsächlich in der Frischlingsklasse. Die Tiere würden zum großen Teil zwischen 27 und 31 Kilogramm wiegen, so Volker Enigk. Vor einigen Jahren noch seien sie schwerer gewesen. „Aber der Wolf jagt sie von einer Ecke zur anderen“, sagt er.

Um die Feldjagd nach Wildschweinen unter diesen Umständen zu erleichtern, gebe es von Land, Bund und EU Fördermittel für Schneisen in den Flächen. Aber es sei ein sehr bürokratischer Weg, bis die Landwirte ihr Geld dafür bekommen, so dass sie das Angebot nicht annehmen, so Volker Enigk. Er verstehe auch nicht, warum die Trichinenuntersuchung in einigen Landkreisen in Brandenburg gebührenfrei sei und im Elbe-Elster-Kreis nicht. „In anderen Kreisen gibt es Abschussprämien für Schwarzwild, das über Plan geschossen wird“, sagt er. Das wäre auch für Elbe-Elster ein gangbarer Weg. Das Thema afrikanische Schweinepest liegt ihm sehr am Herzen. Nach seiner Meinung müsse alles dafür getan werden, die Pest von Brandenburg und Deutschland fern zu halten. „Man darf die Gefahr nicht herunterspielen“, so Volker Enigk.