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Elbe-Elster
Ist der Naturschutz nur noch das fünfte Rad am Wagen?

Elbe-Elster. Falkenberger Dieter Lehmann sieht gravierende Nachwuchsprobleme bei den Ehrenamtlichen.

Ist der ehrenamtliche Naturschutz nur noch das fünfte Rad am Wagen? Das fragt sich der Falkenberger Naturschützer Dieter Lehmann.

„Am 4. November ging im Evangelischen Gemeindezentrum in Finsterwalde der jährlich stattfindende Kreisheimatkundetag über die Bühne. Es war bereits der 23. seiner Art. Es gab auch einmal einen jährlichen Naturschutztag in unserem Landkreis, der stets im November stattfand, und der eine gewisse Tradition hatte. In diesem Jahr gibt es offenbar keinen Naturschutztag. Warum?“, fragt er und erläutert, dass es im Landkreis Elbe-Elster etwa 30 Naturschützer gibt, die offiziell zu ehrenamtlichen Naturschutzhelfern – mit einem vom Landrat unterzeichneten Dienstausweis versehen – ernannt wurden. Bis vor drei Jahren habe bei der unteren Naturschutzbehörde (uNB) in Herzberg für diesen Personenkreis ein Informations- und Schulungstag stattgefunden, den es nun ebenfalls nicht mehr gibt. „In früheren Jahren gab es in unserem Landkreis ein eigenständiges Umweltamt, das von Alfons Sonntag geleitet wurde. Damals gab es noch einen Umweltpreis des Landkreises Elbe-Elster, der jährlich verliehen wurde. Das ist inzwischen Geschichte“, schreibt Dieter Lehmann.

Deshalb fragt er an, ob die ehrenamtliche Naturschutzarbeit in unserem Landkreis von der zuständigen Behörde, dem Amt für Bauaufsicht, Umwelt- und Denkmalschutz, nur noch als fünftes Rad am Wagen angesehen wird? „In unserem Landkreis gibt und gab es drei Formationen, in denen die ehrenamtliche Naturschutzarbeit beheimatet war und organisiert wurde. Dies waren oder sind der NABU Regionalverband Finsterwalde e.V., der Naturschutzverein „Elsteraue“ Falkenberg/Elster e.V. und der Biologische Arbeitskreis Bad Liebenwerda. Letzterer existiert inzwischen wohl nicht mehr. In diesen drei Vereinen wurde oder wird praktischer Naturschutz in unterschiedlichster Art und Weise betrieben“, so Lehmann. Er macht aber gleichzeitig auf ein besorgniserregendes Problem aufmerksam: Nachwuchsmangel. „Wenn sich die Mitglieder des Falkenberger Naturschutzvereins „Elsteraue“ im März kommenden Jahres zu ihrer Jahreshauptversammlung treffen, muss ein neuer Vorstand gewählt werden. Ob sich dafür geeignete Mitglieder finden werden, ist zum heutigen Zeitpunkt mehr als fraglich“, räumt er ein. Er selbst trete in ein Alter ein, wo er viele Dinge, die er bisher gemacht habe, nicht mehr bewältigen kann. „Das war‘s dann, schöne Natur“, so Dieter Lehmann