Nach zwei Monaten Verhandlung und der Anhörung einer Vielzahl von Geschädigten hat die 2. große Strafkammer des Landgerichts Cottbus den Herzberger Gordon B. wegen Betruges zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der heute 61-Jährige Anleger und Kreditsuchende nicht nur in Deutschland um Hunderttausende Euro geschädigt hat. Deshalb entschieden sie in dieser Woche, dass der Angeklagte für drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis muss.

Außerdem hat die Wirtschaftsstrafkammer festgestellt, dass sich fast eine halbe Million Euro auf den Konten von Gordon B. befinden. Von dem Geld sollen die Geschädigten ausgezahlt werden. Die Verteidigung hatte Freispruch für ihren Mandanten gefordert. Für Rechtsanwältin Barbara-Eila Klamandt habe sich in dem Prozess erwiesen, dass das Anlagemodell des Angeklagten kein Schneeballsystem gewesen sei. Vielmehr seien mit dem Ankauf eines Grundstücks in der Karibik, um ein Feriendomizil zu errichten, und einer Zinn-Mine in Ruanda Voraussetzungen geschaffen worden, um später Renditen zu erwirtschaften.

Das Gericht folgte jedoch der Auffassung der Staatsanwaltschaft. Danach habe Gordon B. Anlegern und Kreditsuchenden die Auszahlung erheblicher Dividenden und Darlehensmittel versprochen, um dadurch Geld für eigene Zwecke zu erhalten. Oberstaatsanwältin Elvira Klein verwies auf eine Briefkastenfirma Flexworld in den USA mit einer Niederlassung in Herzberg, von wo aus ab 2006 im Internet Programme zur Entschuldung, zum Bonitätsaufbau, zum Erwerb von Immobilien oder zur Finanzierung hochwertiger Fahrzeuge angeboten wurden.

Für eine Darlehensgewährung mussten Interessenten mit 30 Prozent der Darlehenssumme in Vorleistung gehen. Es wurden monatliche Renditen von zehn Prozent versprochen, die stets ausblieben. Im Einzelfall wurden von Anlegern bis zu 120 000 Euro an Flexworld eingezahlt.