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| 10:04 Uhr

Neue Idee in die Tat umgesetzt
Weil Rückkehrer willkommen sind

Sie wollen nichts unversucht lassen: Sandra Spletzer und Bürgermeister Herold Quick haben gemeinsam im Servicegebäude des Falkenberger Bahnhofs eine Infosäule für Rückkehrwillige platziert.
Sie wollen nichts unversucht lassen: Sandra Spletzer und Bürgermeister Herold Quick haben gemeinsam im Servicegebäude des Falkenberger Bahnhofs eine Infosäule für Rückkehrwillige platziert. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Falkenberg. Auf dem Falkenberger Bahnhof macht die Initiative „Comeback Elbe-Elster“ mit einer Informationssäule jetzt dauerhaft Werbung in eigener Sache. Von Sylvia Kunze

Aber was heißt schon „eigene Sache“. Rückkehrwilligen den Weg in die Heimat zurück zu ebenen, sollte vielmehr Aufgabe aller sein. Genau so hat es auch Herold Quick, Bürgermeister der Stadt Falkenberg, verstanden, als er mit den „Comeback“-Leuten im Gespräch war und sich über deren Arbeit informierte. Und er hatte gleich eine Idee: Warum nicht dauerhaft werben. Am besten dort, wo Reisende, von der neuen in die alte Heimat und zurück, am ehesten anzutreffen sind: am Bahnhof. Die Idee war geboren.

Mithilfe eines Aufstellers ist jetzt ein kleiner Infopunkt im Servicegebäude des Falkenberger Bahnhofs geschaffen, an dem sich alle jene erste Informationen in Form eines kleinen Köfferchens einstecken können. Die kleine Broschüre bennennt insbesondere Ansprechpartner, die dabei behilflich sein können, den Weg zurück in die Heimat zu finden. „Ich bin glücklich, dass wir diese Informationssäule hier haben“, sagte Quick beim Aufstellen zu Wochenbeginn. „Besser, als auf einem Bahnhof kann man sie glaube nicht platzieren. Vielleicht ist sie für den einen oder anderen eine Hilfestellung auf dem Weg nach Hause.“

Sandra Spletzer von der Initiative „Comeback Elbe-Elster“ glaubt fest daran, dass die Infosäule, die mit Unterstützung der Sparkassenstiftung angefertigt werden konnte, nicht umsonst aufgestellt worden ist. Erst beim zurückliegenden Strandfest hat sie an ihrem Infostand viele interessante Gespräche zum Thema „Zurückkehren nach Hause“ geführt. So wie auch auf anderen Festen in Elbe-Elster wie dem Frühlingsfest in Elsterwerda, dem Tierparkfest in Herzberg, dem Brunnenfest in Bad Liebenwerda und dem Moienmarkt in Schlieben. Die nächste Station wird das Sängerfest in Finsterwalde sein, wo das Büro der Initiative, das in der Sängerstadt zu finden ist, geöffnet haben wird.

Erfahrungsgemäß sind bei solchen Festen viele „Ausgewanderte“ wieder in der alten Heimat. Und man komme mit so manchem ins Gespräch, der darüber nachdenkt, wieder zurückzukommen, weiß Sandra Spletzer. „Oftmals geht es vorrangig um Fragen wie: Wo finden ich und mein/e Partner/in Arbeit? Wo können wir wohnen? Den Anfang machen, auch wenn es nur erst einmal Antwort auf eine der Fragen gibt, hilft viel“, so die Rückkehrerhelferin. Rund 400 Beratungen hat „Comebeck Elbe-Elster“ bisher durchgeführt. Etwa ein Viertel, wird geschätzt, führte immerhin zum Erfolg.

„Wir freuen uns jedenfalls über jeden, der einst die Heimat verlassen hat und nun wieder zurückkommen möchte“, bekräftigt Herold Quick. „Selbst Arbeit gibt es vor Ort wieder, was einst ja nicht der Fall war und weshalb viele Menschen gen Westen gezogen sind. Die BLG RailTec sucht zum Beispiel dringend Schweißer und findet keine. Sparkasse und enviaM suchen Auszubildende. Und die Liste könnte noch erweitert werden“, weiß der Falkenberger Bürgermeistern aus vielen Gesprächen mit den Unternehmen vor Ort.

Selbst leichter finanzierbarer Wohnraum als in den Großstädten sei zu haben. Da böten sich Möglichkeiten bis hin zum Erwerb von Eigentum. Auch die Kinderbetreuung vom Kita- bis zum Schulkind sei gesichert, setzt er hinzu und erinnert, dass dank guter Bahnverbindungen die nächsten großen Städte Berlin, Leipzig und Dresden schnell und gut zu erreichen seien. „Falkenberg ist perfekt“, lobt Sandra Spletzer.

Genau das hat sie auch am Infostand beim Strandfest immer wieder in den Gesprächen rübergebracht.  insbesondere bei jenen Gästen, die keine familiäre Bindung in die Region haben, sondern sich aus anderweitigem Interesse nach Leben und Arbeiten in Elbe-Elster erkundigt haben.