Wenn man bedenkt, dass es "nur" eine Büroeröffnung ist, dann war das am gestrigen Donnerstag in Uebigau ganz schön großer Bahnhof. Andererseits geht es ja um das Projekt Bürgerwindrad, und das ist nun mal in der Herzberger Region bislang konkurrenzlos. Das neu eröffnete Büro in der Doberluger Straße 4 soll zentrale Anlaufstelle für Bürger der Stadt sein, die sich umfassend über die UKA-Vorhaben in der Region und die Beteiligung an der Uebigauer Bürgerwindkraftanlage informieren möchten.

Etwa 20 Interessierte haben sich bei vorherigen Gelegenheiten, bei denen schon für eine Beteiligung geworben wurde, vormerken lassen. Sowohl Firmenvertreter als auch die Stadtspitze um Bürgermeister Andreas Claus (parteilos), der das Projekt maßgeblich mit vorangetrieben hat, hoffen nun, dass sich die Listen noch weiter füllen.

Das Bürgerwindrad selbst nimmt schon Gestalt an. Es wird aktuell als eine von zwei Anlagen zwischen der Uebigauer Kleinen Heide und der Beiersdorfer Heide gebaut. UKA ist in Vorleistung gegangen und hat das gesamte für das Projekt benötigte Eigenkapital vorgeschossen und wird auch alle Anteile behalten, die nicht verkauft werden. Bürger der Region, die sich als Kommanditisten an der Betreibergesellschaft der Windenergieanlage beteiligen wollen, die übrigens schon gegründet wurde und ihren Sitz in der Stadt Uebigau-Wahrenbrück hat, müssten kein Realisierungsrisiko fürchten, werben die Projektentwickler. Der Anteilserwerb soll erst erfolgen, nachdem die Windenergieanlage schlüsselfertig und mängelfrei errichtet ist und ans Netz gehen kann.

Das neue Büro (geöffnet dienstags von 12 bis 18 Uhr und donnerstags von 9 bis 13 Uhr) ist für UKA aber nur ein erster Schritt in Richtung Uebigau und zudem ein provisorischer. Das Unternehmen hat das Haus Markt 4 erworben, wird es umfassend sanieren und bis Ende nächsten Jahres zu seinem Betriebssitz machen, informiert der Bürgermeister. Er selbst bezeichnet die Büroeröffnung als "Meilenstein" für das städtische Bemühen "global zu denken und lokal zu handeln".