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In Schönewalde wird ein Rekord verzeichnet

Müller Erich Weber (2.v.l.) wird nicht müde, die Fragen der vielen Besucher bei den Führungen durch die Schönewalder Mühle zu beantworten.
Müller Erich Weber (2.v.l.) wird nicht müde, die Fragen der vielen Besucher bei den Führungen durch die Schönewalder Mühle zu beantworten. FOTO: gzn
Schönewalde. Am Ende des Tages kann Müller Erich Weber nicht mehr sagen, wie viele Male er Besucher durch die Mühle geführt hat – treppauf, treppab, über alle vier Stockwerke. Am Morgen hatte er das Mahlwerk in Gang gesetzt. gzn

So kann jeder mit eigenen Augen sehen, wie die bestens erhaltene historische Technik beim Schroten funktioniert. "Prima, dass uns die Fließgrund Agrarproduktion GmbH wieder das Getreide zur Verfügung gestellt hat", lobt Weber. Er betreibt die restaurierte Mühle - seit 1980 befindet sie sich im städtischen Besitz - nunmehr in vierter Generation. Sein Urgroßvater Erich Weber sen. hatte die einstige Bockwindmühle aus Egsdorf (Baujahr 1815) nach Schönewalde geholt, sie auf einen Rollenkranz gesetzt und das Bauwerk somit zur Paltrockmühle umgestaltet.

Auf der großen Wiese herrscht Volksfeststimmung - mit Blasmusik, Showtanz, kühlen Blonden, heißen Würstchen und anderen Leckerbissen, und am blauen Himmel schweben weiße Wölkchen. "Glück zu" ruft der Müller den alten Zunftgruß seinen Gästen entgegen - und wahrlich, es ist ein Glückstag für das 202 Jahre alte Bauwerk: An die 1000 Menschen suchen seine Nähe, so viele wie schon lange nicht mehr.

Die Autos säumen am Pfingstmontag die Straßenränder über mehrere Hundert Meter hinweg, mit Kennzeichen aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands. Selbst an der Arbeitslosen-Service-Einrichtung (ASE) sind alle Stellplätze besetzt. "Die Mühle, gutes Essen und Frühschoppen - das passt alles", frohlockt Fred Schreiber, als er seinen Drahtesel gegen 15 Uhr wieder flottmacht für die Rückfahrt Richtung Fläming. Dreieinhalb Stunden habe er sich mit seinem Enkel hier aufgehalten, "Es ist schön, dass die Kinder Hüpfburg und Karussell kostenlos nutzen konnten. Das war für mich der schönste Pfingstausflug seit langem. Überhaupt haben die Schönewalder eine ausgesprochen schöne Mühle", schwärmt er.

Im Festzelt spielen die Original Berstetaler Blasmusikanten und locken ihre Fans ein ums andere Mal auf die Tanzfläche: "Tolle Stimmung, da wird man wieder jung", frohlockt Erhard Ritter aus Jeßnick, der sein "Hannchen" im Walzertakt dreht. Großen Beifall bekommen auch die Showtänzerinnen vom Jessener Freizeittreff.

Bürgermeister Michael Stawski resümiert: "So viele Besucher nach drei Tagen Heimatfest in Schönewalde! Das ist klasse. Und das Wetter spielt zum Glück auch mit." Die Entscheidung, den Pfingstmontag nicht mehr auf dem Festplatz, sondern nur noch an der Mühle zu feiern, sei aus seiner Sicht völlig richtig gewesen.