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In Schönewalde hat sich ein Pflegekreis gegründet

Schönewalde. Mag man an langfristigen Bevölkerungsprognosen auch zweifeln, so ist unbestritten, dass auch in Schönewalde der Anteil älterer Menschen in den nächsten Jahren deutlich zunehmen wird. Und so tritt die ältere Generation bei der Absicherung der Daseinsvorsorge immer stärker in den Fokus der Kommunen. Birgit Rudow

Die Stadt Schönewalde plant, sich an dem Landesprogramm "Leben und Wohnen im Alter - Entwicklung einer altersfreundlichen Gemeinde" zu beteiligen. "Dazu läuft derzeit die Vorbereitungsphase", sagt Hauptamtsleiterin Christiane Kneese.

Ein erster Schritt ist es, herauszufinden, wo die Stärken und wo die Schwächen in Bezug auf Altersfreundlichkeit in Schönewalde liegen. Dazu haben die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg und der Landkreis Elbe-Elster eine Umfrage erarbeitet. Diese Fragebögen werden derzeit in der Stadt und den Ortsteilen an die älteren Bürger verteilt. Hier geht es um Fragen zur Mobilität, zu Wohnangeboten, zur gesellschaftlichen Teilnahme oder zu sozialen, hauswirtschaftlichen und pflegerischen Dienstleistungsangeboten.

In Schönewalde hat sich vor einigen Wochen ein gemeinsamer Pflegekreis gegründet. Geleitet und koordiniert wird er von Sabine Palm-Reppel aus Wiepersdorf. Sabine Palm-Reppel ist nicht nur Bewohnerin der Stadt Schönewalde, sie ist als Pflegemanagerin des DRK-Kreisverbandes Lausitz für den Elbe-Elster-Kreis auch eine ausgesprochene Fachfrau. "In dem Pflegekreis wollen wir alle vernetzen, die etwas mit der Versorgung der älteren Menschen zu tun haben. Dem Netzwerk gehören der ASB Regionalverband Elbe-Elster, die häusliche Krankenpflege Neumann-Fesinger, die häusliche Krankenpflege Spindler und Rössler, die beiden Hausärzte Dr. Barbara Tschampel und Dr. Holger Voigt, die Kirchengemeinde mit Dorothea Homa und Vertreter der Stadtverwaltung und des Seniorenbeirates an", so Sabine Palm-Reppel. Zweimal hat sich der Pflegekreis bereits getroffen, im Herbst steht die nächste Zusammenkunft an. "Es geht uns darum, die Einrichtungen und Angebote für Senioren zu vernetzen und zu verbessern, die Versorgungsstrukturen zu beleuchten, Schwachstellen aufzuzeigen und Kooperationen zu fördern", sagt sie. Um zu wissen, was die älteren Menschen sich wünschen und wo Bedarf besteht, sei es wichtig, dass die Bürger die Fragebögen ausfüllen und zurückgeben. Sie wisse, so Sabine Palm-Reppel, dass das sehr viele Seiten sind, und einige davor zurückschrecken. Aber wenn sich die Situation für die ältere Generation verbessern soll, dann sei es wichtig, von den Betroffenen selbst zu erfahren, wo man ansetzen muss, sagt sie. "Bitte helfen Sie uns und beschäftigen Sie sich mit den Fragebögen", appelliert sie an die älteren Bürger.

"Ende 2014 waren 68 Schönewalder an Demenz erkrankt und lebten entweder in einem Heim oder zu Hause. Entsprechende Wohnformen und die Unterstützung dieser Menschen und Familien sind ein Thema. Wir müssen gemeinsam schauen, was geht und was die Menschen sich wünschen", so die DRK-Projektmanagerin.