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| 02:40 Uhr

In Kiebitzer Bruchwiesen ist ein neues Biotop entstanden

Falkenberg. Der Falkenberger Naturschutzverein "Elsteraue" hat ein neues Biotop nordöstlich von Falkenberg im Feuchtgebiet der Kiebitzer Bruchwiesen geschaffen. Mit einem Bagger wurde ein sich künftig zu entwickelndes Flachgewässer mit einer Größe von 40 mal 50 Meter und mit einer durchschnittlichen Tiefe von 30 Zentimetern ausgehoben. Dieter Lehmann

Die dabei abgebaggerten Erdmassen wurden mit Fahrzeugen der Agrargenossenschaft Beyern abgefahren, um sie später auf minderwertigen Feldfluren zur Bodenverbesserung zu verteilen.

Die Kiebitzer Bruchwiesen waren ursprünglich ein Moor- und Sumpfgebiet, das von 1951 bis 1953 durch Meliorationsmaßnahmen entwässert wurde. Danach wurden die Flächen durch Mutterböden, die bei der Erweiterung des Kiesabbaugebietes Kiebitzer Baggerteich abgetragen wurden, teilweise erhöht. So entstand ein Feuchtwiesengebiet, welches gegenwärtig von der Agrargenossenschaft Beyern als Mähwiese zur Grünfutter- und Heugewinnung genutzt wird.

Das entstehende Flachgewässer — gut besonnt und mit schwankendem Wasserstand — soll Lebensräume für bestimmte Tier- und Pflanzenarten bieten. Auch als Nahrungshabitat für verschiedene Vogelarten, Lurche und Kriechtiere, für Libellen und zahlreiche weitere Insektenarten hat das neu geschaffene Flachgewässer einen hohen ökologischen Wert. Weißstörche werden dort künftig auf Nahrungssuche unterwegs sein. Kraniche können später einmal das Flachgewässer als Schlafplatz nutzen. Und in den Uferbereichen könnten sich vom Aussterben bedrohte Kiebitze und möglicherweise sogar Bekassinen und Brachvögel ansiedeln.

Es war für den Falkenberger Naturschutzverein "Elsteraue" nicht leicht, dieses Vorhaben organisatorisch zu verwirklichen und vor allem auch finanziell abzusichern. Die zuerst angedachte Finanzierung durch eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme scheiterte. Mit der Linden-Apotheke Falkenberg und der UESA GmbH Uebigau fanden sich zwei Sponsoren, die dem Verein mit Teilbeträgen zur Seite standen. Darüber hinaus unterstützten der Gräfendorfer Bauunternehmer Jörg Schulze mit Baggerarbeiten und die Agrargenossenschaft Beyern, die kostenfrei die benötigte Fläche zur Verfügung stellte.

Die Falkenberger Naturschützer wollen im mehrjährigen Monitoring die ökologische Fortentwicklung des Flachgewässers, das bei derzeit tiefen Grundwasserstand noch nur wenig gefüllt ist, beobachten und dokumentieren.