ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:15 Uhr

Aus dem Sozialausschuss
In Elbe-Elster leben 2508 Ausländer

Elbe-Elster. Vor allem Familien fühlen sich hier wohl und wollen bleiben. Von Birgit Rudow

In Elbe-Elster leben derzeit insgesamt 2508 ausländische Mitbürger und Mitbürgerinnen (Stand 13. Februar). Das teilte die Leiterin der Stabsstelle für Steuerungs- und Asylangelegenheiten beim Landkreis Katrin Porsche im Sozialausschuss des Kreistages in dieser Woche mit.

Zu diesem Personenkreis gehören 262 anerkannte Flüchtlinge, 457 Asylbewerber, 113 Duldungsinhaber, 279 Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz, 579 EU-Ausländer und 744 so genannte allgemeine Ausländer. Sie haben einen berechtigten Aufenthaltsstatus und gehen zum Beispiel einer regulären Arbeit nach, haben eine Niederlassungserlaubnis oder halten sich mit einem Besuchs- bzw. Arbeitsvisum hier auf.

Wie aus dem Sachstandsbericht der Stabsstelle hervorgeht, kommen die meisten Ausländer, insgesamt 506, aus Syrien, 279 aus Afghanistan, 198 aus der Russischen Föderation, 184 aus Polen, 88 aus Vietnam, 80 aus dem Iran, 71 aus Rumänien, 62 aus Indien und 66 aus Kamerun.

Inzwischen hat das  Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie in Brandenburg das Aufnahmesoll von Flüchtlingen und Asylbewerbern für die Landkreise im Jahr 2018 festgelegt. Für den Elbe-Elster-Kreis wurde es mit fünf beziffert. Der Kreis hat im Januar und Februar bisher aber bereits 16 Asylbewerber zugewiesen bekommen. „Das geringe Soll ergibt sich rechnerisch aus der Tatsache, dass der Landkreis Elbe-Elster 2017 weit mehr Flüchtlinge aufgenommen hat, als vom Land vorgegeben. Wir werden jetzt aufgefordert mitzuteilen, ob wir aufnahmebereit sind und können ein wenig auch die Konditionen beeinflussen“, sagt Katrin Porsche.

Der Landkreis Elbe-Elster hat derzeit eine Unterbringungskapazität bei Flüchtlingen für 984 Personen. Ausgelastet sind diese mit 647 Personen. Das sind 65,75 Prozent. 632 Plätze gibt es in Übergangseinrichtungen (Auslastung 58,9 Prozent) und 352 Plätze in Wohnungen (Auslastung 78,1 Prozent). Die meisten Plätze gibt es im Amt Plessa, in Herzberg, im Amt Kleine Elster, in Elsterwerda und Finsterwalde. In einigen Kommunen wie Mühlberg, Schönewalde, Sonnewalde, Uebigau-Wahrenbrück und dem Amt Schradenland hat der Kreis gar keine Plätze für die Unterbringung mehr. „Auch dort hatten wir Kapazitäten, aber durch die Änderung des Status der Flüchtlinge oder Wegzug sind sie weggefallen. Die anerkannten Flüchtlinge mieten sich Wohnungen  vor allem in den größeren Städten und versuchen, dort Fuß zu fassen“, sagt Katrin Porsche.

Die Abwanderung aus dem Elbe-Elster-Kreis hält sich in Grenzen. „Das hat vor allem mit der Summe der Betreuungsmaßnahmen zu tun. Bei uns leben vorrangig Familien. Da ist die soziale Integration einfacher als bei Einzelpersonen. Das beginnt schon bei den Kindern in den Kindereinrichtungen und in der Schule. Wir unterbreiten Integrationsangebote, die dazu führen, dass sich die Menschen hier wohl fühlen und bleiben möchten. Das können wir in Elbe-Elster als Vorteil verbuchen“, so die Leiterin der Stabsstelle.

Probleme wie in der Landeseinrichtung in Doberlug-Kirchhain gebe es in den kreislichen Unterkünften nicht. „Sicher gibt es auch mal Rangeleien, aber nicht in dem Ausmaß wie in Doberlug-Kirchhain. Wir konnten schon Wachpersonal abziehen, weil es nicht mehr so stark benötigt wurde“, so Katrin Porsche. Auch bei der Stabsstelle für Asylangelegenheiten ist das Personal in den letzten Monaten wieder etwas heruntergefahren worden. Dafür würden heute aber mehr Mitarbeiter für die Asylbetreuung beim Sozialamt benötigt, sagt sie.