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| 17:07 Uhr

Am Freitag
In Elbe-Elster läuten Glocken für den Frieden

Jubiläum 200 Jahre Kirche zu Altbelgern mit Glockenweihe im Juni dieses Jahres: Pfarrerin Sabrina Pieper, Johannes Schneider vom Vorstand des Fördervereins Kirche zu Altbelgern, Superintendent Christof Enders und der Stifter der Glocke, der gebürtige Altbelgerner Einwohner Gerhard Olbrich (89) aus Martinskirchen (von links) freuen sich über eine zweite neue Glocke neben der noch vorhandenen Glocke aus dem Jahr 1597.
Jubiläum 200 Jahre Kirche zu Altbelgern mit Glockenweihe im Juni dieses Jahres: Pfarrerin Sabrina Pieper, Johannes Schneider vom Vorstand des Fördervereins Kirche zu Altbelgern, Superintendent Christof Enders und der Stifter der Glocke, der gebürtige Altbelgerner Einwohner Gerhard Olbrich (89) aus Martinskirchen (von links) freuen sich über eine zweite neue Glocke neben der noch vorhandenen Glocke aus dem Jahr 1597. FOTO: Veit Rösler
Elbe-Elster . „Friede sei ihr erst Geläute“. Schillers Vers aus dem „Lied von der Glocke“ ist das Motto eines Friedensläutens, das vom Deutschen Städtetag, der Evangelischen Kirche Deutschlands und verschiedenen Partnerorganisationen am Freitag, 21. September, durchgeführt wird. Elbe-Elster läutet mit.

Erstmals sollen am Freitag in Europa zwischen 18 und 18.15 Uhr kirchliche und säkulare Glocken gemeinsam läuten und damit ein Zeichen für den Frieden setzen.

Der Kirchenkreis Bad Liebenwerda, der sich von Schönewalde über Herzberg, Bad Liebenwerda und Elsterwerda bis nach Lauchhammer und Schwarzheide erstreckt, hat 87 Kirchen. Superintendent Christof Enders: „Die meisten von ihnen haben mindestens eine, viele aber zwei und manche sogar drei Glocken. Jede dieser Glocken kann ihre eigene Geschichte erzählen. Und oft sind diese Geschichten sehr berührend und emotional. Denn die Glocken läuten zu guten und schweren Anlässen im Leben der Bewohner des Ortes, zu Geburt, zum Gottesdienst, zu Weihnachten und manchmal, wenn jemand im Ort verstorben ist.“

Die jüngste geweihte neue Glocke steht in der Kirche in Altbelgern. Durch die großzügige Spende von etwa 10 000 Euro durch den gebürtigen Altbelgerner Einwohner Gerhard Olbrich aus Martinskirchen ist es dem Förderverein Kirche zu Altbelgern gelungen, neben der noch vorhandenen Glocke aus dem Jahre 1597 eine zweite neue Glocke anzuschaffen. Aus Anlass des 200. Geburtstages der Kirche nach ihrem Wiederaufbau ist sie im Juni dieses Jahres geweiht worden. Noch hängt die neue Glocke in einem Glockenstuhl im Kirchenschiff, doch eines Tages, nach der Sanierung des Turms, soll sie wieder auf dem Kirchturm angebracht werden.

Laut einem Glockensachverständigen ist das mit älteste Geläut der Region in Schmerkendorf zu finden. Und leider ist eine der Glocken davon aktuell im „Ruhestand“. Aufgrund von Rissen darf sie nicht mehr geläutet werden und wird auch am Freitag stumm bleiben. „Wir versuchen gerade die Möglichkeiten auszuloten. Sie müsste heruntergenommen und geschweißt werden“, berichtet Pfarrer Andreas Bechler. „Am besten müsste im dem Zug gleich der Glockenstuhl mit repariert werden. Auf jeden Fall wird das ein größeres Vorhaben“, blickt er in die Zukunft. Und verrät dabei auch, dass es eine weitere kleine Glocke gibt, die – voraussichtlich noch älter – derzeit separat hängt und nur per Hand geläutet werden kann. Seine Vorstellung: „Es wäre so schön, wenn die mit in das Schmerkendorfer Geläut reinkommen könnte.“

In der Trinitatiskirche von Finsterwalde und in der Kirche Friedersdorf bei Rückersdorf wird gleichzeitig zu einer Friedensandacht eingeladen. Sie beginnen jeweils um 18 Uhr. „Thema der Andacht in der Trinitatiskirche sind 100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs“, kündigt Pfarrer Markus Herrbruck an. Damit wird schon mal auf die Friedensdekade hingelenkt, die deutschlandweit „Krieg 3.0“ thematisiert. Das Programm dazu wird in Kürze bekanntgegeben.