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| 13:33 Uhr

Kulturentwicklung in Elbe-Elster
In den landesweiten Fokus gerückt

Natalia Lentas, Graun-Preisträgerin 2016, durfte mit Stücken von Carl Heinrich Graun und Philipp Emanuel Bach die zweite Kulturkonferenz des Landkreises Elbe-Elster einleiten.
Natalia Lentas, Graun-Preisträgerin 2016, durfte mit Stücken von Carl Heinrich Graun und Philipp Emanuel Bach die zweite Kulturkonferenz des Landkreises Elbe-Elster einleiten. FOTO: Heike Lehmann
Herzberg. Zweite Kulturkonferenz zieht Bilanz und setzt Ziele der kulturellen Entwicklung im Landkreis Elbe-Elster. Von Heike Lehmann

Zum zweiten Mal hat das Kulturamt des Landkreises am Freitag Verantwortliche und Akteure zu einer richtungweisenden Kulturkonferenz eingeladen. Dabei ging es im Bürgerhaus der Kreisstadt um „Bilanz, Standortbestimmung und Überlegungen für die Kulturentwicklung im Landkreis“, leitete Landrat Christian Heinrich-Jaschinski ein.

2012 wurde bei einer ersten Kulturkonferenz in Doberlug-Kirchhain im Vorfeld der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung und des 500. Reformationsjubiläums 2017 festgelegt, kulturelle Angebote zu bündeln und Schwerpunkte zu setzen, um bessere Effekte zu erzielen.

Fünf Jahre später haben mehrere Redner keinen Zweifel daran gelassen, dass das Kulturangebot im Landkreis mit dem neuen Museumsverbund und mit der 2013 ins Leben gerufenen Kulturreise an Qualität gewonnen hat, überregional ausstrahlt und so den Kulturtourismus angekurbelt hat. Festgehalten werde auch künftig an der Schwerpunkt-Strategie, so der Landrat.

Roland Neumann, Beigeordneter und Dezernent des Landkreises Elbe-Elster
Roland Neumann, Beigeordneter und Dezernent des Landkreises Elbe-Elster FOTO: Heike Lehmann

Karsten Eule-Prütz, der neue Bürgermeister von Herzberg, versprach als Gastgeber der Konferenz, künftig auch in Herzberg der Kultur mehr Gewicht zu verleihen.

Kulturdezernent Roland Neumann übernahm die schwierige Aufgabe, die Fülle an kulturellen Höhepunkten seit 2012 zusammenzufassen. Er ging auf die Grafikmappe der Künstler des Elbe-Elster-Kreises und die offenen Ateliers, die Landesausstellung mit Kultursommer und der Aktion „Die Region feiert“, die jährlich 350 Lesungen der Vorlesepaten und die Gründung des Museumsverbundes 2015 ein. „100 Veranstaltungen bieten allein die vier Museen des Verbundes in Mühlberg, Doberlug, Bad Liebenwerda und Finsterwalde jährlich“, so Neumann. Registriert wurde ein deutlicher Anstieg der Besucherzahlen von 25 000 im Jahr 2015 bis auf 40 000 im Jahr 2017. Kreismedienzentrum mit zwei Fahrbibliotheken, die Ausstellung bildender Künstler im Zwei-Jahres-Rhythmus und das Internationale Puppentheaterfestival, das 2018 seine 20. Auflage erleben wird, sind feste Standards im Kulturangebot. Neumann hob die erfolgreiche Arbeit an der Kreismusikschule Gebrüder Graun heraus. Er sagte: „25 Prozent aller Schüler im Landkreis sind auch Musikschüler.“ Eine Rate, die weithin ihresgleichen sucht.

Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH
Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH FOTO: Heike Lehmann

Höhepunkt im Bestreben, den Kulturtourismus zu verbessern, war nach der Landesausstellung die Luther-Pass-Aktion. „Davon waren auch wir schwer beeindruckt“, berichtete Reiner Walleser, Abteilungsleiter Kultur im brandenburgischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Er stellte die Kulturstrategie des Landes vor und erklärte, wie Elbe-Elster darin seinen Platz findet.

Viel Lob gab es von Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, die für die jährlichen Kulturland-Kampagnen verantwortlich zeichnet. Viele gute Beispiele nannte sie, wie sich die Kommunen in der Elbe-Elster-Region zu den unterschiedlichsten Themenjahren eingebracht haben. „Die Schwerpunktsetzung in den Museen ist der Schlüssel zum Erfolg“, stellte sie fest. Nach der Landesausstellung haben sich neue Kooperationen und Allianzen auch mit Nachbarregionen gebildet. Das führte zu einer Qualifizierung aller Beteiligten und zur mehr Identifikation der Einwohner mit ihrer Heimat. Das Know-how vom Luther-Pass werde jetzt sogar für das Fontane-Jahr 2019 nach Neuruppin transferiert.

Ziele formulierte Kulturamtsleiter Andreas Pöschl mit der Neugestaltung der Dauerausstellung im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda bis zum Frühjahr 2019 sowie mit der Dauerausstellung im Museum Schloss Doberlug zur Adelsgeschichte bis 2020. Dass dafür die bedeutende Sammlung Dohna-Schlobitten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg nach Elbe-Elster kommt, wird als außerordentlicher Glücksfall umschrieben. „Wir sind in den landesweiten Fokus gerückt“, umschrieb Pöschl die neue Qualitätsstufe von Kultur in Elbe-Elster.