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| 18:38 Uhr

Geschickte Hände
In den größten Osterkorb von Werner Enigk passen 7400 Eier

Werner Enigk aus Kolochau hat den größten Riesenosterkorb im Elbe-Elster-Kreis aus Weide geflochten. Der Korb soll auch zu anderen Anlässen der Interessengemeinschaft „Historisches Feld“ zum Einsatz kommen.
Werner Enigk aus Kolochau hat den größten Riesenosterkorb im Elbe-Elster-Kreis aus Weide geflochten. Der Korb soll auch zu anderen Anlässen der Interessengemeinschaft „Historisches Feld“ zum Einsatz kommen. FOTO: Rudow / LR
Kolochau. Der Kolochauer hat ihn in den Wintermonaten aus Weidenruten geflochten. Er soll der Interessengemeinschaft „Historisches Feld“ noch gute Dienste leisten. Von Birgit Rudow

Werner Enigk wagt zu behaupten, dass sein Osterkorb der größte im Elbe-Elster-Land sein dürfte, und vielleicht auch noch darüber hinaus. Da ist ihm wohl kaum zu widersprechen.

Für den Korb hat er 780 Meter Weidenruten verarbeitet. Das Schmuckstück hat ein Fassungsvermögen von etwa 822 Litern und wollte man es mit Eiern füllen, würden etwa 7400 rein passen. Das hat Werner Enigk hochgerechnet.

Im Sommer ist der rüstige 79-Jährige viel beschäftigt. Mit dem eigenen Grundstück oder im Garten und vor allem in der Kolochauer Interessengemeinschaft „Historisches Feld“, zu deren Mitbegründern er im Jahr 2000 zählte. Für die Winterzeit hingegen, in der es draußen nicht so viel zu tun gibt, hat er sich vor einigen Jahren eine besondere Beschäftigung gesucht. Er flechtet Körbe, Kugeln, Kegel und andere Accessoires für den Garten- und Hausgebrauch. Sie werden verschenkt oder auf kleinen Märkten angeboten.

Doch Werner Enigk kann noch mehr. Als das Amt Schlieben vor einigen Wochen Hilfe brauchte, um ein Storchennest neu zu errichten, hat er einen Korb als Grundlage für das Nest geflochten. „Ich hoffe, der Storch nimmt das Nest an“, sagt er. Und als seine Frau Rosemarie den Wunsch nach einer geflochtenen Gartenbank laut werden ließ, so hat er ihr die Bank gefertigt, die auch gut als Strandkorb genutzt werden könnte. Material findet Werner Enigk, dessen geschickte Finger vom Flechten schon reichlich Hornhaut aufweisen, genug. Er hat selbst eine kleine Weidenanlage und kennt alle Ecken rund um Kolochau, wo Weiden stehen.

Zum Osterfest ist der große Korb die absolute Attraktion auf dem heimischen Grundstück, auf dem vier Generationen, wenn auch jede im eigenen Domizil, so doch unter einem Dach leben — die Tochter und der Schwiegersohn sowie die beiden Enkeltöchter mit ihren Familien, zu denen auch die Urenkelin zählt. Ostern feiern alle gemeinsam. „Jeder kocht oder backt etwas“, sagt Rosemarie Enigk.

Nach Ostern stellt Werner Enigk den überdimensionalen Korb in den Dienst der IG „Historisches Feld“. Dazu hat er den Korb besonders ausgestattet, ihn mit Henkeln, einer Bodenplatte und Edelstahlringen versehen. Eine weitere Platte kann eingelegt werden, um ihn mit Blumen, Kürbissen oder Getreide zu befüllen. Er soll nicht nur das Kolochauer Herrenhaus schmücken, sondern auch als besondere Dekoration mit der Interessengemeinschaft, die sich der Brauchtumspflege in der Landwirtschaft verschrieben hat, auf Reisen gehen.

Auch diese Gartenbank ist unter den geschickten Händen von Werner Enigk entstanden.
Auch diese Gartenbank ist unter den geschickten Händen von Werner Enigk entstanden. FOTO: Rudow / LR