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| 14:32 Uhr

Trockenheit ist schuld
Immer weniger Weißstörche in der Herzberger Region

 Die beiden Störche auf dem Horst der Falkenberger Grundschule „Astrid Lindgren".
Die beiden Störche auf dem Horst der Falkenberger Grundschule „Astrid Lindgren". FOTO: Dieter Lehmann
Herzberg/Falkenberg. Futter für den Nachwuchs fehlt. Nur 46 Jungtiere aus 21 besetzten Horsten. Von Dieter Lehmann

Das Jahr 2019 war abermals kein gutes Jahr für die Weißstörche in unseren Regionen. Im Altkreis Herzberg flogen aus 21 besetzten Horsten nur 46 Jungstörche aus. Viele der existierenden Horste blieben unbesetzt oder hatten nur vorübergehenden Besuch einzelner Störche.

Sabine Lehmann, die ehrenamtliche Betreuerin der Weißstörche im Altkreis Herzberg, sieht den Hauptgrund für die stagnierenden Bestände von „Freund Adebar“ im Nahrungsmangel. Die jungen Störche in den Horsten werden in den ersten Wochen fast ausschließlich mit Regenwürmern und Insekten gefüttert. Aber wegen der extremen Trockenheit in diesem Jahr gab es während der Jungenaufzucht kaum Regenwürmer und nur wenige Insekten auf den Wiesen und Äckern. Hält die Trockenheit infolge des globalen Klimawandels auch in den kommenden Jahren an, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft noch weniger Störche geben.

Ein Beispiel für die Not der Störche ereignete sich in diesem Jahr auf dem Horst in Friedersdorf südöstlich von Herzberg. Dort war aus ungeklärter Ursache ein Altstorch plötzlich „alleinerziehend". Das ging auch eine Weile gut, bis Sabine Lehmann Mitte Juli den Notruf erhielt: Der Storch füttert nicht mehr. Doch bis für die Rettung alles organisiert werden konnte, war es unglücklicherweise schon zu spät. Die vier Jungen, die im Juni sogar noch beringt worden waren, konnten nur noch tot geborgen werden. Dieser Vorfall wurde mit der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung in Herzberg besprochen und ausgewertet, um in Zukunft gezielter und rechtzeitiger reagieren zu können.

In zwei anderen Fällen wurden in Brandis und Bernsdorf je ein Jungstorch aus ihren Nestern geworfen. Sie überlebten die Abstürze und wurden von Sabine Lehmann zum Revierförster Gernot Heindl nach Reddern gebracht. Die Familie Heindl kümmert sich seit Jahren in solchen Notfällen um die Jungstörche. Diese werden sachgerecht gefüttert und in den meisten Fällen können sie dann wieder in die Freiheit gesetzt werden und ihren Zug in die Überwinterungsgebiete antreten.

Im Jahr 2016 wurde mit finanzieller Hilfe der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ und der Stadt Falkenberg eine Kamera am Schornstein auf dem Horst im Schulhof der Falkenberger Astrid-Lindgren-Grundschule montiert. Wie schon 2018 war auch in diesem Jahr ein Storchenpaar ständig auf dem Horst. Im Internet unter www.storchennest-falkenberg-elster.de konnten sie von Mai bis Juni beobachtet werden. Bleibt zu hoffen, dass es dort im nächsten Jahr vielleicht zu einer Brut kommen wird.