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| 01:00 Uhr

„Immer ordentlich Gas geben“

LUGAU.. Samstag wurde das Dutzend voll gemacht: Bereits zum 12. Mal war der kleine Ort Austragungsort der Rallye Monte Lugau, das wohl größte Rennen für die Kultmobile Schwalbe und Duo aus Suhl. Aus Hanau, Fulda, Dessau, Potsdam, Luckau – aus der gesamten Republik reisten Teams an, um auf einem 900 Meter langen Ring ihre Kräfte zu messen. Von Torsten Pötzsch

Natürlich gab es neben den Teams auch eine Vielzahl an Einzelstartern, doch es kristallisierte sich heraus, dass die „Rennställe“ doch immer eine Schutzblechlänge voraus waren. Insgesamt „flogen“ 82 Schwalben über die Piste, nicht mehr aber auch nicht weniger, als in den Jahren zuvor.
Nicht mehr Lugaus Ortskern mit der „Sandkeite“ war diesmal der Austragungsort, sondern ein Areal am Rand des Ortes, der so genannte „Russenbunker“ . „Nach zwölf Jahren mussten wir einfach einmal etwas Neues probieren“ , so die Begründung. Das Gelände am „Russenbunker“ erschien ideal, liegen doch dort Zeltplatz, Parkplatz, Rennstrecke und Konzertwiese zentral zusammen. Die Streckenführung fanden die Fahrer Spitze und auch das Publikum hatte jederzeit von jedem Ort den Überblick. Kurzum: Der Ortswechsel wurde von Fahrern und Publikum gut angenommen.
Um 12 Uhr ging es mit einer Einweisung und einer Fahrerbesprechung los, der geplante Korso durch das Dorf musste aber aus organisatorischen Gründen entfallen, zu eng war der Zeitplan gestrickt. Vorläufe, Hoffnungsläufe, Halb- und Finalläufe, der Motorenlärm verstummte nie, von den Fahrern wurde das Äußerste abverlangt. Zwei Farben dominierten dann das Renngeschehen ganz klar. Auf der einen Seite das orangefarbene Team der Sportgruppe aus dem anhaltinischen Dessau und auf der anderen Seite ganz in Schwarz das Team Two stroke Revolutions aus Luckau, die damit fast so etwas wie Lokalmatadoren waren.
Doch bevor es zum lang erwarteten Schlagabtausch im Finale kam, gab es noch den Wentra-Cup, bei dem das Publikum das fantasievollste Gefährt kürte. Da gab es schon mal einen fahrenden Bierkasten mit Schwalbenmotor oder eine Schwalbe ganz in lila Plüsch. Dank des Heimbonus gewann eine Kreativgruppe um Rudolfo Monko aus Finsterwalde, die mit viel Pappmachee in karnevalistischer Manier einen überdimensionalen fahrenden Zylinderkopf schufen. 50 Euro gab es für diesen Einfall. Um zwei Mal 50 Euro, und zwar in Form von Deka-Anteilen, ging es beim Sparkassen-Cup. Mit neutralen Fahrzeugen vom Rallyeverein ging es mit Sozius auf die Piste. Gleich bei der ersten Teilnahme bei der Rallye gewannen Tobias Dallewitz und Steffen Mörlin aus Hohenleipisch den Cup. Kurz vor 18 Uhr wurde es dann richtig spannend, die sechs schnellsten Schwalben gingen über drei Runden in den Finallauf. Ständig wechselte die Führung, das Rennen war an Spannung und D ramatik kaum zu überbieten, die Massen tobten und erst auf den letzten Metern, hinter der letzten Schikane, machte Mario Alex, von der Sportgruppe Dessau, alles klar. Der Mann ist so etwas wie der Lance Armstrong der Schwalbenfahrer, wurde er doch schon im vergangenen Jahr Schwalbenkönig und gewann das Rennen insgesamt schon viermal. „Immer ordentlich Gas geben, ordentlich am Hahn drehen“ , verrät er sein Siegesrezept, gesteht aber auch, dass seine Schwalbe „etwas frisiert“ war. Sein Dank ging auch an sein Team, „denn nur zusammen sind wir stark“ .
Nahtlos ging es zur Party über. Auf der großen Konzertbühne machte die Berliner Band Mariannenplatz den Auftakt. Trotz ihrer Charterfolge wollte noch nicht so richtig Stimmung aufkommen. Das schafften erst die Jungs der Finsterwalder Earthbend, die sich an diesem Tag ganz sicher wieder ein paar mehr Fans erspielten. Ein richtiges Superkonzert legte Bosse hin. Doch um 23 Uhr war dann Schluss mit lustig, als es begann, sintflutartig zu regnen. Innerhalb einer halben Stunde verwandelte sich das Gelände in eine Schlammwüste und nur die ganz harten Fans rockten weiter.