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Elbe-Elster
Immer mehr Bau-Jobs in Elbe-Elster lange unbesetzt

Fachkräfte sind für die Baubranche auch in Elbe-Elster immer schwieriger zu bekommen.
Fachkräfte sind für die Baubranche auch in Elbe-Elster immer schwieriger zu bekommen. FOTO: IG Bau
Elbe-Elster. IG Bau: Firmen droht verschärfter Fachkräftemangel.

Die Bauwirtschaft im Landkreis Elbe-Elster steuert auf einen immer größeren Fachkräfte-Engpass zu. 81 Stellen in der Branche waren hier im vergangenen Jahr durchschnittlich länger als drei Monate unbesetzt – 15 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Das hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mitgeteilt. Die IG Bau beruft sich dabei auf eine Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit. Insgesamt waren im Kreis Elbe-Elster demnach im Jahresmittel 129 offene Bauarbeiter-Jobs gemeldet.

„Während die Baukonjunktur so gut dasteht wie zuletzt Ende der 1990er-Jahre, finden heimische Unternehmen oft keine Fachleute mehr“, sagt Regina Grüneberg. Die Bezirksvorsitzende der IG Bau Südbrandenburg nennt den Trend ein Alarmsignal. Vom Zimmerer bis zum Estrichleger fehlten in der Region Spezialisten in nahezu allen Bausparten.

Regina Grüneberg sieht hierfür einen doppelten Grund: „Einerseits haben viele Firmen trotz anziehender Auftragslage ihre Personaldecke in den vergangenen Jahren nicht ausreichend aufgestockt. Andererseits hat der Bau mit einem großen Nachwuchsproblem zu kämpfen. Zwar verdienen Azubis hier mehr als in vielen anderen Branchen, doch immer mehr Schulabgänger zieht es zum Studium.“ Ende 2017 zählten die Sozialkassen der Bauwirtschaft (Soka-Bau) im Landkreis Elbe-Elster nur 17 neue Ausbildungsverträge.

Die IG Bau schlägt vor, in Schulen verstärkt für eine Handwerksausbildung zu werben. „Vielen gilt ein Studium als Nonplusultra – obwohl Karriere- und Verdienstchancen in der Bauwirtschaft oft mindestens genauso gut sind“, sagt Regina Grüneberg. Aber auch die Betriebe seien gefordert. „Sie sollten auf Qualität und gute Arbeitsbedingungen setzen. Subunternehmen und Billigheimer aus dem Ausland kommen die Branche am Ende teuer zu stehen. Sie senken letztlich die Standards“, so die Bezirksvorsitzende.

Das beste Rezept gegen den Fachkräftemangel sei, den Beschäftigten ein ordentliches Auskommen und gute Arbeitsbedingungen zu bieten. So fordert die IG Bau in der aktuellen Tarifrunde sechs Prozent mehr Lohn und die Bezahlung von Fahrzeiten.

(red/mf)