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| 14:24 Uhr

Was ist geschafft?
Im Wald- und Heideland wird weiter viel bewegt

Bomsdorf. Jahreshauptversammlung des Vereins zieht Bilanz und beklagt die stetig zunehmende Bürokratie der Förderverfahren. Von Sylvia Kunze

Das kleine Gasthaus im Uebigauer Ortsteil Bomsdorf ist nicht ohne Grund als Gastgeber der Jahreshauptversammlung des Vereins Wald- und Heideland ausgewählt. Schließlich werden in ihm Ferienwohnungen eingerichtet, die mithilfe der Leader-Zuschüsse über die Vereinsantragstellung möglich wurden. So wie dieses Projekt sind unter dem „Dach“ des Vereins inzwischen viele auf den Weg gebracht. Regional bedeutsame wie die Elbe-Elster-Kirchenstraße und das Telepräsenzlernen ebenso wie kleineres lokales Engagement wie zum Beispiel der kleine Bewegungsparcours in Osteroda, der erst dieser Tage eingeweiht worden ist. „Das Bauamt der Stadt Herzberg hat beim Ausarbeiten der nötigen Unterlagen zur Seite gestanden, und Dank vieler fleißiger Einwohner konnten wir dieses Projekt zügig umsetzen. Wir freuen uns, dass wir wieder durch viel Engagement die Attraktivität unserer Gemeinde verbessern konnten“, so Ortsvorsteher Matthias Hensel.

Dieses lokale Engagement für Kleinprojekte ist ein Herangehen, das es im Zusammenhang mit der Leader-Fördermittelvergabe bislang nur in Elbe-Elster gibt. Inzwischen erhält das Regionalmanagement auch aus anderen Gegenden des Brandenburger Landes Anfragen, über Erfahrungen und Auswahlverfahren zu berichten.

Was kritisch angesprochen wurde, ist der Umstand der stetig zunehmenden Bürokratie der Förderverfahren. Mit einem sehr negativen Ende: „Etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Fördermittel geht für Prüfverfahren drauf“, bilanziert Vereinsvorsitzende Iris Schülzke verärgert und zählt auf, wer so alles wann und wo die richtige Verwendung der EU-Mittel nachprüfen kann: Mehr als zehn Instanzen kommen da zusammen. Und alle wollen für ihre Arbeit Geld, das letztlich für die echten Projekte vor Ort fehle, moniert Iris Schülzke.

Der Falkenberger Bürgermeister Herold Quick bekräftigte, dass Kontrolle natürlich richtig und wichtig sei, aber auch sie brauche ein ordentliches Maß, das man bei dieser Ausuferung vermisse. „Handelt mit Augenmaß und macht uns das Leben nicht so schwer“, appellierte er an die Verantwortlichen, denn „wer was bewegen will, der sollte unterstützt werden. So mancher Private wirft angesichts der immer komplizierter werdenden Verfahren schon vorab oder mittendrin das Handtuch.“ Außerdem sprach er an, dass von der Antragstellung bis zur Bewilligung von Zuschüssen zu viel Zeit vergehe, „Kostenplanungen sind längst überholt, und dann beginnt das Nachverhandeln.“

Lobend erwähnt die Vorsitzende hingegen die gute Zusammenarbeit in der Lokalen Aktionsgruppe Elbe-Elster und die qualifizierte Arbeit des Regionalmanagements. Ohne die Hilfe von Matthias Lohfink sowie Sven Guntermann und Thomas Wude wäre  manches Projekt nicht auf den Weg gebracht worden.