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Falkenberg
Es heißt Aufräumen und Organisieren

Im Eisenbahnmuseum gibt es immer etwas zu tun. Wenn gerade keine Besucher da sind, wird geräumt, geputzt und sortiert. Heinz Welisch (M.) ist froh, dass immer Helfer wie Egbert Tenscher und Angelika Sandrock zur Stelle sind.
Im Eisenbahnmuseum gibt es immer etwas zu tun. Wenn gerade keine Besucher da sind, wird geräumt, geputzt und sortiert. Heinz Welisch (M.) ist froh, dass immer Helfer wie Egbert Tenscher und Angelika Sandrock zur Stelle sind. FOTO: Sylvia Kunze / LR
Falkenberg. Im Falkenberger Eisenbahnmuseum geht es in diesem Jahr gleich um drei Jubiläen. Da ist einiges zusätzlich zum regelmäßigen Museumsbetrieb zu tun. Von Sylvia Kunze

Langeweile kommt bei den Mitgliedern des Falkenberger Fördervereins Brandenburgisches Eisenbahnmuseum jedenfalls nicht auf. Zusätzlich zum regulärem Museumsbetrieb haben sie drei in diesem Jahr anstehende Jubiläen im blick zu haben und entsprechend vorzubereiten: Zuerst einmal feiert der Verein selbst Geburtstag. 1993 gegründet, feiert er in diesem Jahr 25-jähriges Bestehen. Hinzu kommen die Einweihung der Niederlausitzer-Eisenbahn-Strecke von Falkenberg über Herzberg nach Uckro vor 120 Jahren sowie 170 Jahre Eisenbahn in Falkenberg. Da gibt es einiges zusätzlich zu tun.

Vorsitzender Heinz Welisch weiß viele emsige Helfer um sich herum. Da sind zum Beispiel Werner Schubert, Gerhard Stein, Andreas Leopold, Rudi Hirsch, Egbert Tenscher und Markus Winter, die immer mit zupacken und für den Verein und das Museum schon unzählige Stunden ihrer Freizeit geopfert haben. Weil es ihnen eine Herzensangelegenheit ist, die Geschichte der Eisenbahnstadt nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Aber: Welisch mag dabei nicht an das stetig steigende Durchschnittsalter der derzeit 43 Mitglieder denken. Junges Blut kommt fast gar nicht dazu. Also heißt es, jetzt das 25. noch einmal richtig zu feiern. „Das 30. werden wir nach jetzigem Stand gerade so schaffen, aber beim 35. könnte es schon eng werden“, schaut der Vorsitzende mit Stand heute recht realistisch in die Zukunft.

Eine Zukunft, bei dem es ihm und den anderen Aktiven jedoch bange wird. Wer führt einmal ihre Arbeit fort? Wer hält Falkenberger Eisenbahngeschichte dann in Erinnerung? „Wir sprechen immer wieder jüngere Leute, insbesondere Eisenbahner, an. Zu unseren Veranstaltungen kommen sie ja. Aber mitmachen? Verantwortung übernehmen? Bisher Fehlanzeige“, beschreibt der Vollblut-Eisenbahner a.D, der selbst „auch nicht mehr ewig in der 1. Reihe stehen“ will.

Der sich von den eigentlich düsteren Aussichten in seinem jetzigen Elan aber nicht ausbremsen lässt. Gemeinsam mit anderen Helfern ist er längst dabei, die Weichen für die drei Jubiläen in diesem Jahr zu stellen, die im Zuge des Tages des Eisenbahners im Juni und der Eisenbahnerlebnistage im September gefeiert werden sollen. Am Septemberwochenende immer mit ganz viel Eisenbahn zum Bestaunen und Erleben. Ob Dampf-, Diesel- oder E-Lok - alles soll vertreten sein.

Die Fahrzeuge nach Falkenberg zu bekommen, ist jedoch wie schon in den Vorjahren kein leichtes Unterfangen. „Da werden Preise jenseits von Gut und Böse verlangt“, weiß der Museumschef. Nur gut, dass so manches Vereinsmitglied seine eigenen Kontakte aufgebaut hat und damit vielleicht noch über Freundschaftspreise gesprochen werden kann.

Außerdem sollen wieder Ausstellungen vorbereitet werden, die Eisenbahngeschichte - und diesmal auch - Vereinsgeschichte widerspiegeln. Händler sind zu kontaktieren und einzuladen. Hunderte Absprachen sind zu treffen. Welisch und seine Helfer haben vieles von dem schon angeschoben. Sie nutzen die Zeit, in der im Museum selbst noch nicht so viel los ist. Laufe erst einmal die Saison am Kiebitz-See an, sehe das schon wieder anderes aus. Überhaupt: Ab April ist das Museum wieder ganztägig geöffnet. „Wir haben in den Vorjahren immer so um die 1000 Besucher gezählt“, verkündet der Chef stolz. Bis auf wenige Gäste nutzen fast alle das Angebot einer Führung. „Anderthalb Stunde braucht man da schon, ehe man einmal rum ist“, zeigt der Ex-Eisenbahner auf, dass auf den rund 140 Quadratmetern Ausstellungsfläche ganz schon viele interessante Stücke darauf warten, entdeckt zu werden.

Und es werden stetig mehr. Weniger ganz große, dafür würde der Platz auch zu eng, aber viele kleine. Zu den neusten Errungenschaften gehören beispielsweise Fotos von der Betriebsschule in Doberschütz, „auf denen wir schon einige Falkenberger erkannt haben“, sagt Welisch, sowie ein Fachbuch einer Frau, die dort gelernt hat.