Viele Bürgermeister, Amtsdirektoren, Mitarbeiter der Verwaltungen und Vertreter von Einrichtungen und Organisatoren waren neugierig, was für ein Programm ihnen da präsentiert werden sollte. Die Stichworte demografischer Wandel und regionale Daseinsfürsorge lassen sofort aufhorchen. Demografie und Infrastrukturversorgung sind aktuell zentrale gesellschaftliche Themen. "Die Veränderungen bei der Bevölkerungsentwicklung führen zu neuen Herausforderungen für die Kommunen bei uns im Landkreis. Es wird daher eine Daueraufgabe sein, Zukunftsthemen der Daseinsvorsorge gemeinsam zu diskutieren und zu bearbeiten", umriss Landrat Christian Jaschinski (CDU) die Problematik. Ziel ist es, an einem "Masterplan Daseinsvorsorge" für Elbe-Elster zu arbeiten und die in den kommenden Jahren erforderliche Infrastrukturanpassungen vorausschauend und kooperativ zu gestalten. Die Betonung liegt auf vorausschauend und kooperativ. Grundlage sind die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur in der Region.

Aufgreifen, was bewegt

Bei der Auftaktveranstaltung hat Uwe Rühl von der Landesplanungsabteilung Berlin und Brandenburg das Aktionsprogramm vorgestellt. Das Programm "Regionale Daseinsvorsorge" ist ein Modellvorhaben der Raumordnung (abgekürzt MORO), und es ist ein Instrument für ländlich strukturierte Regionen, in denen Schulen, Kindergärten, Gesundheits- und Beratungseinrichtungen, ÖPNV, Straßen und technische Ver- und Entsorgung gefährdet sind, weil die Bevölkerung stark abnimmt oder altert. Die Frage ist, wie Daseinsvorsorge trotz dieser Entwicklungen funktionieren könnte. Dabei geht es nicht darum, so erläuterte Prof. Dr. Harald Kegler von der Bauhaus Uni Weimar, der das Projekt mit betreut, Neues zu erfinden, sondern das aufzugreifen, was die Menschen bewegt. Gefragt sind dabei interessierte Bürger, die Kommunalpolitik und die Träger der Daseinsvorsorge gleichermaßen.

Beteiligen können sich an dem Projekt so genannte Lebensraum-Gemeinschaften. Also Bürgerinnen und Bürger, Interessensgruppen, Vereine, Unternehmen in verschiedenen Bereichen, Netzwerke oder Initiativen, die auf gleiche und ähnliche Problemansätze stoßen und sich gemeinsam Gedanken machen, wie diese unter dem Aspekt der künftigen demografischen Entwicklung zu lösen wären. Dabei, so betonte Matthias Schneller, Dezernent in der Kreisverwaltung, ist es erst einmal unerheblich, ob die Vorstellungen zur Problemlösung derzeit realistisch erscheinen oder nicht. In mehreren ergebnisoffenen Werkstätten sollen künftige Strategien für die Daseinsvorsorge entwickelt werden.

Ansprechpartner beim KreisDer erste Schritt in dem Projekt ist die Interessensbekundung. Bis Ende Juli können Interessierte mit einer kurzen Beschreibung ihres Themenfeldes zur Gestaltung von Alltagsfragen die Teilnahme an Werkstätten zur sozialen oder technischen Infrastruktur signalisieren. Themenfelder können Bildung, Kinderbetreuung, Medizin, Feuerwehr, Mobilität, Sportstätten, Energie, Wasserversorgung, Telekommunikation und vieles andere sein. Bevor die Arbeit der Zukunftswerkstätten beginnt, werden einige Projekte ausgewählt. "Wir sind im Landkreis Elbe-Elster etwa 100 000 Einwohner. Da muss es uns doch möglich sein, die nächsten Jahrzehnte zu gestalten und unsere Lebensqualität zu erhalten", so der Landrat.

Zuständig für das Projekt bei der Kreisverwaltung ist Projektmanagerin Katrin Schniddrigkeit. An sie kann man sich mit allen Fragen wenden.

Das Moro-Projektmanagement ist in der Ludwig-Jahn-Straße in Herzberg, Telefon 03535 469111 oder per mail unter der Adresse moro@lkee.de zu erreichen. Alle Vordrucke und Informationen finden sich auch im Internet.

www.moro-elbe-elster.de