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"Ich bin und bleibe Franziska — das ist amtlich!"

Franziska Triebke ist die erste Schliebener Moie, die zwei Jahre "regieren" darf. Sie zieht eine sehr zufriedene Zwischenbilanz.
Franziska Triebke ist die erste Schliebener Moie, die zwei Jahre "regieren" darf. Sie zieht eine sehr zufriedene Zwischenbilanz. FOTO: privat
Schlieben. Der Schliebener Moienmarkt, der ab dem heutigen Freitag bis Sonntag gefeiert wird, lässt so manchen emsig rotieren. Auch die amtierende Moie Franziska Triebke, die als erste Schliebener "Moie" zwei Jahre "regieren" darf, steckt voll in den Vorbereitungen, hat sich aber dennoch Zeit für ein kurzes Gespräch genommen.

Wie ist es Ihnen im ersten Jahr als Schliebener Moie ergangen? Welche Momente bleiben Ihnen in besonderer Erinnerung?
Franziska Triebke Das war vor allem für mich ein sehr aufregendes Jahr. Zwar hielten sich die Termine in Grenzen, aber aufgrund meiner beruflichen Verpflichtungen würde ich wohl auch gar nicht mehr so viele darüber hinaus wahrnehmen können. Ich war beispielsweise Gast bei der Grünen Woche in Berlin. Das war eine ganz tolle Sache und eine große Erfahrung. Ganz ehrlich: Das war dort der Wahnsinn! Ich inmitten der vielen anderen Hoheiten. Eine schöner als die andere. Und auch ohne Prinzessinnen- oder Königinnentitel habe ich mich in der Runde sehr wohlgefühlt. Ebenso wie bei den anderen Terminen, zu denen ich als Schliebener Moie eine Einladung erhielt.

Wie verändert Sie Ihr Amt? Was mussten Sie für Ihren "Job" als Moie vielleicht sogar noch lernen?
Franziska Triebke Ich bin und bleibe Franziska - das ist amtlich! Aber es stimmt schon, dass man noch einiges dazulernen muss. Ich habe mich zum Beispiel intensiver mit der Moienmarktgeschichte befasst, damit ich dazu was sagen kann, wenn ich als Moie unterwegs bin. Außerhalb des Schliebener Landes gibt es dazu oft Fragen, was es mit der Moie und dem Moienmarkt auf sich hat. Außerdem habe ich begonnen, mit Frau Engel vom Weinbauverein Wissen über Wein auszutauschen, aber so weit sind wir leider noch gar nicht gekommen.

Wer steht Ihnen hilfreich zur Seite?
Franziska Triebke Ich erwähnte ja bereits den Schliebener Weinbauverein. Zu nennen wären aber auch Frau Hänelt vom Amt, die Ex-Moie Lotte und ihr Partner und natürlich mein Freund. Wie oft er mich zu Terminen fährt, wartet und nur Wasser trinkt, damit wir sicher wieder nach Hause kommen. Allen Helfern einen herzlichen Dank!

Sind Sie überhaupt Weintrinkerin?
Franziska Triebke Jetzt auf jeden Fall noch mehr. Bei der Jungweinprobe in Werder habe ich allerdings nur die Weißweinprobe geschafft. Bei der anschließenden Rotweinrunde habe ich dann lieber ausgesetzt. Die hätte ich sonst vielleicht nicht unbeschadet überlebt. Aber ich denke, von Mal zu Mal werde ich ein Stück trinkfester.

Ist es aus Ihrer Sicht die richtige Entscheidung, das Moienamt auf zwei Jahre zu verlängern?
Franziska Triebke Da gibt es aus meiner Sicht ein Für und Wider. Jetzt im beginnenden zweiten Jahr weiß ich, was ansteht. Ich gehe da sehr viel entspannter ran und baue auf meine Erfahrung, die ich in dem ersten, sehr schönen Jahr sammeln durfte. Andererseits habe ich beruflich viel um die Ohren. Aber jetzt ist es, wie es ist, und ich werde auch mein zweites Jahr selbstbewusster und mit vollem Engagement absolvieren. Ich freue mich schon sehr darauf und weiß bereits jetzt, dass die zwei Jahre als Moie bei mir für viele schöne bleibende Erinnerungen sorgen.

Welche Termine stehen schon im Kalender?
Franziska Triebke Ich bin zum Beispiel nach Spremberg zur Spreenixen-Wahl eingeladen. Und ich treffe im Erzgebirge bei einer Messe auf ganz viele Hoheiten.

Wo wird man Sie beim Moienmarkt treffen können?
Franziska Triebke Auf jeden Fall im Moienkeller, den ich mit vielen Freunden betreibe. Wir schenken Jessener Wein aus. Und eine Überraschung ist auch in Vorbereitung.

Es fragte Sylvia Kunze.