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| 01:04 Uhr

Humpisch: „Hier wird kein Mehl gemahlen“

Es wird wohl keinen Koßdorfer geben, der die alte Bockwindmühle noch vor Augen hat – denn 1912 brannte sie ab.

Der damalige Müllermeister Max Humpisch erbaute noch im gleichen Jahr eine neue Turmmühle, so die adäquate Bezeichnung für eine Holländermühle. Im Laufe der Jahre wurde die Mühle erweitert und 1965 schließlich folgte die Elektrifizierung. Von da ab war man windunabhängig.
Bei Interesse erfährt man von Müller Humpisch einiges aus der Familientradition und Mühlengeschichte. So etwa, dass sich der Mühlenstandort seit 1830 in Familienbesitz befindet. Im Jahr 2000 legte Wolfgang Humpisch die Mühlen-Geschicke in jüngere Hände. Unter René Humpisch ist sie noch heute voll in Betrieb. Jährlich verarbeite man hier zirka 700 Tonnen Getreide, erzählt der Müller, der Wert darauf legt, dass dieser Vorgang nicht „Mehl mahlen“ genannt wird.
Ihre Renaissance erlebte die Mühle 2001 mit dem Anbau neuer Flügel. Mit 40 Jahren hatten die alten Ruten ihre maximale Lebensdauer erreicht. Unterstützung gab es dazu durch die untere Denkmalbehörde des Landkreises Elbe-Elster und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit einer 90-prozentigen Förderung. Im Februar dieses Jahres erhielt Wolfgang Humpisch in Anerkennung für sein Engagement um die fachgerechte Sanierung der Mühle den Kulturpreis des Landkreises. (mc)