Die Stadt Herzberg muss dringend das Dach der Elsterlandhalle sanieren. Ein weiteres Vorhaben ist die Revitalisierung einer Brachfläche in der Karl-Liebknecht-Straße, die der Stadt gehört und die an das Schulgelände der Elsterlandgrundschule grenzt. Für diese beiden Maßnahmen möchte die Stadt das Geld aus dem Förderprogramm verwenden. Einen Fördermittelantrag für die in Aussicht gestellte Summe hat die Stadt fristgemäß eingereicht. Er ist Ende vergangenen Jahres auch positiv beschieden worden. Nun muss er mit konkreten Vorhaben untersetzt werden.

Grünes Licht für Renaturierung

Der Hauptausschuss hat am Montag über die vorgeschlagene Verwendung der Mittel diskutiert und sie einstimmig gebilligt. In der kommenden Woche muss die Stadtverordnetenversammlung zustimmen, und dann hoffen die Verantwortlichen in Herzberg, dass diese beiden Maßnahmen genehmigt werden.

Für die Renaturierung der Brachfläche in der Karl-Liebknecht-Straße sind für die Jahre 2016, 2017 und 2018 insgesamt 922 400 Euro vorgesehen. Die Maßnahme dient als Umfeldgestaltung für den Komplex Elsterlandschule, Elsterlandhalle und Hort. "Diese Fläche würde sich, wenn es bautechnisch möglich ist, für den Neubau eines Hortgebäudes ideal eignen", sagte Bürgermeister Michael Oecknigk (CDU). Doch die Renaturierung ist aufwendig. Noch befinden sich auf der Fläche ein altes Heizhaus, ein ehemaliger Oxidationsgraben und eine alte Kläranlage. Außerdem ist das Gelände total verwildert. Hier müssen Rückbauten und eine Altlastbeseitigung erfolgen, sagte der Bürgermeister.

Die einmütige Entscheidung für die Renaturierungsmaßnahme im Hauptausschuss bestärkt den Eindruck, dass sich alle Fraktionen der Herzberger Stadtverordnetenversammlung für den Neubau eines Hortstandortes aussprechen und nicht für den Umbau eines anderen Gebäudes. Wegen Platzmangels und einer hohen Schülerzahl ist ein Teil des Hortes derzeit in einem Containerkomplex an der Elsterlandgrundschule untergebracht, der aber nur noch bis zum Ende des kommenden Schuljahres zur Verfügung steht.

Möglichst Solar aufs Dach

Das zweite Projekt betrifft das Dach der Elsterlandhalle. "Nach 20 Jahren ist eine Sanierung dringend notwendig. Die Schutzfolie ist undicht und es regnet rein", begründet Michael Oecknigk das Vorhaben. Im Zusammenhang mit der Sanierung soll auch geprüft werden, ob sich Solaranlagen auf dem Dach installieren lassen. "Das müssen aber die Statiker erst prüfen", sagt er und erinnert an den Januar 2011, als wegen der großen Schneebelastung auf dem Dach fast der Neujahrsempfang in der Halle abgesagt werden musste. Sollte es aber möglich sein, Solaranlagen auf das Dach zubringen, könne man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, weil die Anlagen auch die Dachoberfläche schützen würden, so der Bürgermeister. Außerdem könnte man die Energie für Heizung oder Warmwasser selbst produzieren. Für die energetische Dachsanierung einschließlich vorbehaltlicher Solaranlagen sollen 2016 und 2017 insgesamt 270 000 Euro ausgegeben werden.

119 000 Euro Eigenmittel

Zusammen kosten die beiden Maßnahmen in der Karl-Liebknecht-Straße und am Dach der Elsterlandhalle 1,192 Millionen Euro. Abzüglich der 1,073 Millionen Euro Fördermittel muss die Stadt einen Eigenanteil von 119 000 Euro aufbringen.

Zum Thema:
Die Mittel aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz, das ausdrücklich finanzschwache Kommunen erhalten, soll in die Infrastruktur öffentlicher Einrichtungen gesteckt werden, zum Beispiel für die energetische Sanierung aber auch die Brachflächenrevitalisierung. Der Förderzeitraum reicht von 2015 bis 2018. Der Eigenanteil der Kommunen liegt bei zehn Prozent.