Die Jugendlichen sind Schüler einer allgemeinen Schule in der lettischen Stadt Talsi, die seit geraumer Zeit ein Kooperationsvertrag mit dem Herzberger Oberstufenzentrum verbindet. Nach einem Besuch deutscher Schüler in Lettland ist dies nun der Gegenbesuch.

Günter Rosche, stellvertretender Leiter des Ausbildungsfördervereins am OSZ, sowie Iveta Rorbana, stellvertretende Leiterin der Schule in Talsi, sind froh, dass das Comenius-Programm solche Schulpartnerschaften unterstützt. Während des zweiwöchigen Aufenthaltes sind die Mädchen und Jungen jedoch nicht nur mit Arbeiten beschäftigt. Großes Augenmerk wird darauf gelegt, dass sie Land und Leute kennenlernen. Verbunden damit sind Ausflüge nach Herzberg, Torgau, Leipzig und in den Spreewald, aber auch solche Aktionen wie Floßbau und GPS-Schatzsuche. Und ganz nebenbei wird den Jugendlichen dabei auch noch die deutsche Sprache nähergebracht.

„Die Schüler sind alle sehr motiviert und interessiert“, lobt Günter Rosche. „Es sind auch nur die mitgekommen, die wirklich wollten“, verrät Iveta Rorbana das Geheimnis des Erfolgs. „Außerdem war ihnen wichtig, dass sie hier etwas schaffen, das sie weitergeben können. Das Herstellen der Spiele ist genau das Richtige“, fügt sie hinzu. „Sie werden stolz sein, wenn sie diese dann in der Grundschule in Falkenberg übergeben“, ist sich Günter Rosche sicher. Er hat es schon einmal erlebt: „Als Schüler unseres Oberstufenzentrums in Talsi waren, haben sie größere Holzpuzzle hergestellt und danach in Kindergärten verteilt.“

Während damals das Handwerkliche an sich im Vordergrund stand, sind es hier in Herzberg die Maschinen zur Holzbearbeitung, mit denen die lettischen Jugendlichen vertraut gemacht werden sollen. Eigenes Tun wird ergänzt von Betriebsbesichtigungen bei Schiffler-Möbel in Wahrenbrück und beim Teba-Fensterproduzenten in Lausitz.

Sowohl auf deutscher als auch auf lettischer Seite ist man erfreut, dass die Partnerschaft, die der Herzberger Rotary Club vor etwa zwei Jahren finanziell angeschoben hat, inzwischen auf derart festen Füßen steht. „Es ist eine sehr intensive Zusammenarbeit mit sehr guten Ergebnissen“, lobt die lettische Lehrerin, die sich unter anderem an mit deutscher Hilfe neu hergerichteten Räumen in ihrer Schule erfreuen kann.