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| 14:40 Uhr

Elbe-Elster im Advent
Hoffen auf viele kleine Christkinder

 Hebamme Veronika Jeschke kümmert sich Heiligabend in der Frühschicht um die werdenden Muttis auf der Entbindungsstation des Herzberger Krankenhauses.
Hebamme Veronika Jeschke kümmert sich Heiligabend in der Frühschicht um die werdenden Muttis auf der Entbindungsstation des Herzberger Krankenhauses. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Weihnachten als Geburtstermin ist bei den Muttis nicht immer beliebt. Doch die Natur lässt sich nun mal nicht austricksen. Von Birgit Rudow

Zweimal im Jahr gibt es so richtig Geschenke – zu Weihnachten und zum Geburtstag. Da werden diejenigen, bei denen beide Ereignisse im Datum zusammenfallen, von ihren Mitmenschen mitunter mitleidvoll angesehen. „Weihnachten oder gar der Heiligabend stehen als Geburtstermin nicht unbedingt auf den Wunschzetteln werdender Muttis“, weiß auch Veronika Jeschke, leitende Hebamme auf der Geburtsstation des Herzberger Krankenhauses. „Wir machen, was möglich ist, aber wir können der Natur nicht ins Handwerk pfuschen“, sagt sie lächelnd.

Die meisten Muttis möchten am liebsten mit ihren Neugeborenen Weihnachten nach Hause. Doch das Kinderkriegen ist kein Wunschkonzert. Fast jedes Jahr gibt es auf der Herzberger Entbindungsstation auch Weihnachtsbabys, die am Heiligabend oder an den beiden Feiertagen das Licht der Welt erblicken. Im vergangenen Jahr waren es gleich fünf, eins davon Heiligabend. Wenn es „los geht“, ist von Weihnachten im Kreißsaal nicht viel zu spüren. Die werdenden Muttis werden professionell versorgt, wie an jedem anderen tag auch. Selbstverständlich steht ihnen ein komplettes medizinisches Team zur Verfügung.

Ansonsten geht es unmittelbar vor und zu Weihnachten auf der gynäkologischen Station in Herzberg etwas ruhiger zu. Operationen, die nicht dingend sind, lassen Patientinnen zumeist nicht an Weihnachten machen.

Kündigt sich der Nachwuchs aber doch zu Weihnachten an, können die Väter mit ihren Frauen das Familienzimmer nutzen, wie übrigens das ganze Jahr. Hier kann auch die ganze Verwandtschaft gern zum weihnachtlichen Kaffeetrinken kommen. Der Weihnachtsmann hat auf der Geburtsstation allerdings keinen Zutritt. Dafür kocht die Küche allen, die die Feiertage im Krankenhaus verbringen müssen, ein leckeres Weihnachtsessen. Dazu gibt es eine Grußkarte und eine kleine Überraschung.

Doch auch auf der Geburtenstation haben die Hebammen den Tresen dezent weihnachtlich geschmückt mit grünen Holztannen, Weihnachtskugeln und Tannenzapfen. Schließlich wollen auch sie es etwas feierlich haben. Denn die Hebammen sind es, die an den Feiertagen ihrer Arbeit wie immer im Drei-Schicht-System nachgehen. „Wir teilen die Weihnachtsschichten gerecht auf. Jede Kollegin ist alle zwei Jahre dran“, sagt Veronika Jeschke. Die leitende Hebamme auf der Geburtsstation des Herzberger Krankenhauses übernimmt diesmal die Frühschicht.

Neun Hebammen arbeiten auf der Station. „Darüber sind wir sehr froh. Andere Häuser haben größere Personalprobleme“, so Veronika Jeschke. Mehr als 500 Kinder sind in diesem Jahr bereits im Herzberger Krankenhaus zur Welt gekommen. Damit liegt die Station im Trend der letzten Jahre. 520 Geburten sollen es insgesamt möglichst wieder werden. Und vielleicht trägt ja auch das eine oder andere Weihnachtsbabys dazu bei, dieses Ziel zu erreichen.